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	<title>China Archive - thebigstep.ch</title>
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	<description>Der Reiseblog eines Weltenbummlers</description>
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		<title>SAPA, HANOI, CATBA</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Dec 2018 10:27:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Good morning Vietnaaaam! Nach einer schlaflosen Nacht und der reibungslosen Einreise nach Vietnam, wurden wir bereits vom ersten Vietnamesen für ein Taxi gefragt und /<span class="excerpt-hellip"> […]</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://thebigstep.ch/blog/sapa-hanoi-catba/">SAPA, HANOI, CATBA</a> erschien zuerst auf <a href="https://thebigstep.ch">thebigstep.ch</a>.</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Good morning Vietnaaaam!</h4>


<p>Nach einer schlaflosen Nacht und der reibungslosen Einreise nach Vietnam, wurden wir bereits vom ersten Vietnamesen für ein Taxi gefragt und / oder ob wir chinesische Yuan in vietnamesische Dong wechseln wollten. Wir verneinten beides mit einem Lächeln und liefen mit zügigen Schritten in Richtung Busbahnhof. Während dem Marsch machte ich mich nochmals mit der neuen Währungsumrechnung vertraut und erinnerte mich an die wichtigsten Gepflogenheiten und Tipps welche Vietnam von China unterschieden. Wir suchten also nach dem Bus, der uns nach Sapa bringen sollte. Der Bahnhof war nach einem 2km Marsch schnell gefunden. Bevor wir das Ticket bezahlen konnten, musste ich zuerst vietnamesische Dong aus dem Geldautomaten ziehen. Ich wusste, dass alle Geldautomaten in Vietnam eine Abhebungsgebühr verlangen und so habe ich stets die maximalmögliche Geldsumme pro Bezug ausgereizt. In den meisten Fällen waren das 2 bis 3 Millionen Dong – genau Millionen! Umgerechnet waren 23&#8217;000 Dong genau 1 CHF, irgendwie witzig. Nun gut, als frischgebackener Dong-Millionär genossen wir ein Kaffee für 30&#8217;000 Dong während wir auf den Bus warteten. In Vietnam wird über den Preis verhandelt, sobald kein Preisschild am Produkt klebt &#8211; also eigentlich immer und überall. Davon ausgeschlossen sind nur Hostels, grosse Einkaufshäuser und Restaurants mit fixen Preisen. Den Kaffee, den wir gerade genossen – und der Kaffee war richtig, richtig gut! – habe ich von 50&#8217;000 Dong für ein Kaffee auf 60&#8217;000 für zwei runtergehandelt. Welcome to Vietnam!</p>


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<h4 class="wp-block-heading">Cash is King&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </h4>


<p>In Vietnam ist Cash King. Wer mit Karten bezahlen will kommt nicht weit. Akzeptiert wird nebst Dong auch US Dollar. So sind Ausflüge oder Bustickets wie auch Zimmerpreis sehr oft in Dollar angegeben. Das Umrechnen haben wir uns mit einer App vereinfacht. Zudem war der US Doller exakt gleich viel wert wie der Schweizer Franken.</p>


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<h4 class="wp-block-heading">Sapa</h4>


<p>Nach einer holprigen Busfahrt von Lao Cai nach Sapa mussten wir noch ein Taxi zu unserem Homestay nehmen, welches sich etwa 7km vom Zentrum entfernt und in mitten der Reisfelder befand. Bei einem Homestay stellen Familien Zimmer gegen eine Bezahlung von 3-5 Dollar pro Bett und Nacht zur Verfügung. Die Unterkünfte sind sehr einfach gehalten. Authentisches Frühstück und Abendessen wir für wenig Geld von der Gastfamilie zubereitet. Sapa war ein Ort zum Energie tanken. Die Reisfelder und die Bergluft hatten eine beruhigende Wirkung auf uns und so schlenderten wir täglich neben den Reisfeldern her und erkundeten auf eigene Faust die übersichtliche Gegend. Lästig waren die Dorfbewohner-Damen, welche uns teilweise begleiteten uns auf Trinkgeld hofften. Wir blieben stur und spendeten nichts. Es war hart Menschen zu ignorieren, welche den ganzen Tag strahlen und dir nichts Böses wollen, aber die einzige Möglichkeit seine Freiheit zu haben war eben jene Damen schlicht zu ignorieren – irgendwie komisch. Es änderte nichts am wunderschönen Panorama. </p>


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<h4 class="wp-block-heading">Wasserbüffel</h4>


<p>In Sapa sahen wir das erste Mal Wasserbüffel. Wasserbüffel sind riesig und haben gewaltige Hörner. Dennoch laufen sie frei auf den Strassen herum und futtern in oder neben den Reisfeldern. Gerne laufen sie auch über Brücken, steigen auf die Berge oder bleiben mitten auf der Strasse stehen. So waren wir also mit der Situation konfrontiert, dass ein Wasserbüffel mitten auf einem schmalen Grat stehen blieb – was nun. Wieder kam der Überlebensinstinkt in mir hoch, wie damals im Nationalpark mit den Affen. Scheisse, warum immer ich! Zur Situation. Zurück war ein gewaltiger Umweg und wir hatten gerade eine 5 Stündige Wanderung hinter uns also wollte wir unbedingt den kürzesten Weg zu unserem Homestay nehmen. Wir warteten ab – aber der fette Büffel bewegte sich überhaupt nicht. Da wir nicht wussten ob Wasserbüffel aggressiv sein können und auch aufgrund seiner massiven Hörner, wollten wir nicht unbedingt eine unangenehme Situation provozieren. Aktion Silberrückengorilla war auch hier keine Option und mit Futter locken half uns nicht weiter, da der Büffel einfach den 30m kurzen Pfad entlanglaufen sollte und danach könnten wir in passieren. Unsere Rettung war ein Schulmädchen, etwa 130m gross, übermotiviert aber seriös. Ich dachte mir schon, dass sie wohl wissen wird wie man den Büffel passiert oder weglockt und genau das tat sie auch. Das Mädchen lief direkt mit einem beachtlichen Tempo auf den Büffel zu. Der Büffel bewegte sich kein bisschen also packte das kleine zärtliche Mädchen plötzlich die Stimme einer Lastwagenfahrerin aus und schrie den Büffel an – dabei gab es einen braven Klapps auf den massiven Arsch und schon lief der Büffel los – that’s it. Ja hätte ich das gewusst&#8230; ich hätte es auf keinen Fall so gemacht! Der Büffel wog gefühlte 2500kg und die Hörner waren so gross wie mein Oberkörper, ich hange an meinem Leben und wäre niemals auf den Büffel los. Darum bin ich froh, dass uns die Kleine da geholfen hat.</p>


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<h4 class="wp-block-heading">Family Dinner und Happy Water</h4>


<p>Ab Abend genossen wir das sogenannte Family-Dinner. Alle jene, die bei unserer Homestay-Familie übernachteten, konnten für Umgerechnet 4CHF am Family Dinner teilnehmen. Es gab authentische, einfache Küche mit Fleischbällchen, Poulet, Reis, KARTOFFELN!!!, Bohnen, Frühlingsrollen, Pilzen usw. Wir haben uns stehts satt gegessen und das Essen war phänomenal! Zum Schluss hin gab es als kleinen Absacker das sogenannte Happy Water &#8211; selbst gebrannten Reiswein. Jede Familie in diesem Dorf hatte Ihren eigenen Reiswein und zwar dutzende Liter davon! Wobei mit Wein hatte dieses Teufelswasser wenig zu tun. Mit 40-60 Vol. % erinnerte es mich eher an Benzin. Unsere Gastmutter hatte fairerweise einen Reiswein, der mit Apfelsaft gemischt war. Dieser war immer noch stark, aber trinkbar. &nbsp;Die Tage verstrichen wie im Flug und so war es nach 3 Nächsten für uns bereits wieder Zeit aufzubrechen. Nächster Halt: Big-Capital-City Hanoi!</p>


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</ul>


<h4 class="wp-block-heading">Hanoi</h4>


<p>Hanoi erreichten wir mittels «Sleeper-Bus». Diese sind mit gepolsterten Liegenstühlen anstatt normalen Sitzen ausgestattet. Schlafen konnten wir nicht wirklich gut, aber es war bequemer als einen normalen Bus mit normalen aufrechten Stühlen. Abends um 23:00 losgefahren, erreichten wir Hanoi um etwa 04:00. Wir durften noch bis 05:00 im Bus schlafen bis man uns auf die Strassen setzte. Da unser Hostel nur 1,5km entfernt war, machten wir uns wie so oft zu Fuss auf den Weg zu unserem Hostel. Diesmal brauchten wir mehrere Anläufe, bis wir das Hostel in einer Zwischenstrasse endliche fanden. Einchecken konnten wir noch nicht und so schlugen wir 3,5 Stunden bei der Reception zu tode. Um 09:30 war unser Bett in einem 8-Bed-Dorm bezugsfertig, endlich. Todmüde aber frisch geduscht trafen wir Fabienne, eine Freundin von zu Hause, an der Reception. Fabienne war alleine in Vietnam unterwegs und so verabredeten wir uns in Hanoi, wonach sie uns bis Catba begleitete. </p>


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<h4 class="wp-block-heading">Leben am Limit</h4>


<p>Wir waren uns die Strassenüberquerungen von China gewohnt. Dort hiess es oftmals Augen zu und durch – gesunder Menschenverstand vorausgesetzt. Hanoi war da nicht viel anders. Die Strassen waren stets voll mit Scooter und Autos und auch das Hupen wurde hier gleichmassen praktiziert, wie in China. Einzig die Roller waren hier wieder allesamt Benzinbetrieben und nicht mehr so leise wie die Elektro-Scooter in China. Oft konnte man die vier- oder sechsspurige Strasse nur mit zwei oder drei Zwischenstopps überqueren. Ja, bei einem Zwischenstopp befindet man sich mitten auf der Strasse. Vor und hinter einem passiert der Verkehr mit ungehemmtem Tempo und da heisst es einfach Ruhe bewahren. Bei der nächsten «Lücke» konnte man die Überquerung fortsetzten. Beim Überqueren durfte man niemals das Tempo ändern. Bestenfalls suchte man Sichtkontakt mit dem entgegenkommenden Scooter– frei nach dem Motto: ich sehe dich, bitte überfahre mich nicht.</p>


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<h4 class="wp-block-heading">Njom Njom Njom</h4>


<p>In Hanoi genossen wir einige leckere Speisen. Eines meiner Lieblingssnacks war dabei das Bahmi für umgerechnet 1 &#8211; 1,50 CHF. Ein kleines, warmes, französisches Baguette gefüllt mit Salat, Tomaten, geraffelten Karotten, Sauerkraut, zweierlei scharfe Saucen und je nach Wunsch mit Poulet, Rinds- oder Schweinefleisch, Omelett oder Gemüse beladen. Da Vietnam einst zu Frankreich gehörte, waren Häuser im Kolonialstil und einige französische Speisen, Brote oder Käsesorten immer noch omnipräsent. Wie sicherlich jedes andere asiatische Land hatte auch Vietnam eine eigene Nudelsuppe – Pho. Nudeln in einer Brühe gekocht und mit Fleisch oder Gemüse ergänzt. Ganz einfach aber eine leckere Verpflegung und mit 1,25 CHF pro Schüssel auch sehr budgetschonend. </p>


<p>Das Essen allgemein in Vietnam war unglaublich günstig. Zur Abwechslung haben Julia und ich uns mal die indische Küche gegönnt und dabeinicht auf das Geld geschaut. Nachdem wir uns also sattgegessen hatten und dieRechnung verlangten stand am Ende ein Betrag von 305&#8217;000 Dong. Wir hatten alsoüber die Stränge geschlagen und für insgesamt 13CHF wie Götter gespiesen – einfachunglaublich.</p>
<p></p>


<h4>Catba</h4>

<p>Wir sind keine Fans von Grossstädten, aber Hanoi hat uns besser gefallen als erwartet. Nach knapp drei Tagen ging es für uns weiter nach Catba. Catba war eine kleine Hafenstadt und bekannt für die Touren in die Halong Bucht. Grundsätzlich kosten 2-3 Tagestouren von Hanoi in die Halong Bucht ab 250$ aufwärts. Wir wussten von der Budgetversion via Catba. Von Catba aus konnten wir eine Tagestour für 17$ buchen – vergleichsweise ein Schnäppchen. Die Tagestour war grossartig. Nachdem wir den Monkey-Mountain bestiegen, ging es weiter in eine kleine Bucht, wo wir schwimmen, schnorcheln oder sonnenbaden konnten. Nach dem Mittagessen war eine Kajaktour durch die Halong Bucht angesagt, bevor es abschliessend mit einem wohlverdienten, kühlen Blonden in Richtung Hafen zurückging. Am Folgetag erkundeten wir die kleine Insel mit einem Scooter. Die Strassen waren einwandfrei und kaum befahren. Die Insel einmal rauf und runter, kurz an einem Strand angehalten bevor wir uns zurück in unser Hostel begaben. Rollerfahren entlang einer Künste ist unglaublich entspannend. Der milde Wind streicht einem übers Gesicht, die Sonne spendet Wärme und auf der Schnellstrasse steht hier und da mal eine Geiss, die dich anbrüllt &#8211; määähh!! – ein Traum.</p>


<p>In Catba war es dann wieder soweit, dass wir unsere Wäsche waschen mussten. Wenn man mit dem Rucksack von Hostel zu Hostel reist, ist man auf den Wäscheservice angewiesen. Praktische alle Hostels bieten einen Wäscheservice an, aber die Preise sind oft vergleichsweise hoch. Wir packten also einen Sack mit unserer Schmutzwäsche und begaben uns auf Erkundungstour durch Catba. Einige Häuser weiter, fanden wir also ein Schild mit «Laundry 20’000k / kg» was halb so teuer war wie in unserem Hostel und so brachten wir, also unsere Säcke gefüllt mit schmutziger Wäsche zu Big-Mama nebenan. Die Waagen findet man überall und nach dem Wiegen wird auch gleich bezahlt und im Gegenzug erhält man eine Quittung gegen die man die Wäsche, in der Regel 24 Stunden später, frisch gewaschen und akkurat zusammengelegt abholen kann. Bis heute ist mir noch nichts abhandengekommen und deshalb bin ich ein riesen Fan von Big-Mamas Laundry Service, dass sich immer irgendwo in einer Seitengasse zwischen der Apotheke und dem Motorradverleih befindet. Irgendwie authentisch.</p>


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<h4 class="wp-block-heading">Fishermens Friends</h4>


<p>Eines der grossen Highlights was sicherlich das Übernachten auf einem sogenannten Floating-House, also einem schwimmenden Haus, mitten in der Halong Bucht. Das Haus bestand aus einem überdeckten Schlafhäuschen mit WC, über die Veranda gelangt man zum Abwaschbecken und gleich daneben befand sich die Bambus-Dusche. Die Küche wer gleich dahinter. Alles war super pragmatisch. Das Solarpanel auf dem Dach lud zwei Autobatterien auf. Mit der einen Batterie konnte tagsüber das Kochfeld betrieben werden. Mit der Anderen wurden die Pumpen für die WC-Spülung und die Pumpe für die Dusche betrieben. Ein echter Luxus. Ansonsten war man komplett von der Aussenwelt abgeschnitten, umgeben von Wasser und Stille – ein grandioses Gefühl. Unser Gastgeber &#8211; Lab – sprach fliessend English und bereitete täglich das Frühstück vor und kochte uns das Mittag- und Abendessen. Was gegessen wurde, konnte er erst sagen, nachdem der Floating-Supermarket oder ein anderer Fischer mit der gefangenen Beute vorbeischauten. Am ersten Abend gab es frischgefangene Austern! Zum Frühstück gabes stehts Reisnudeln mit Gemüse, Erdnüssen und Sojasauce. Am Folgetag standen frischgefangene Krebse auf dem Plan. Schliesslich durften wir unserem Gastgeber helfen, die Frühlingsrollen vor- und zuzubereiten. Wir assen wie Könige mitten in der Halong Bucht umgeben von Fischerboten, Wasser und Frieden – DAS IST LEBEN!</p>


<p>Die Tage verbrachten wir mit Kajak fahren, verlassene, einsame Strände erkunden, lesen, beim Kochen helfen und natürlich fischen. Lab bastelte uns Angelruten aus Bambus und Schnur mit einem winzigen Haken. Ein einfacher Teig aus Reismehl und Wasser bildete das Fischfutter. Er zeigte uns welche Fische damit gefangen werden konnten und wo man diese fand. Es dauerte nur wenige Stunden und wir zogen tatsächlich die ersten Fische aus dem Wasser – wahnsinnig! Mit einfachsten Mitteln irgendwo im nirgendwo als absolute Fischerbanausen zogen wir also tatsächlich Essen aus dem Meer. Lab zeigte uns, wie man die Fische nur mittels eines Tuches berühren sollte und wie man den Haken möglichst schmerzfrei aus dem Mund des Fisches befreite. Danach wurden die Fische in einem Fangnetz im Meer gehalten. Wir hatten leider zu wenig Fische gefangen um daraus eine Mahlzeit zuzubereiten, aber jene Gäste, die nach uns kamen, hatten definitiv Fisch als nächste Mahlzeit. Voller Energie und bestens gelaunt hiess es für uns Abschied nehmen von Lab l, dem Floating House und der Halong Bucht. Die nächste Destination hiess Ninh Binh und so organisierten wir unser Busticket, genossen noch ein Drink bevor wir weiterzogen – Cat Ba wir lieben dich!</p>


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		<title>ZHANGJIAJIE, FENGHUANG, YANGSHUO, KUNMING, HEKOU</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 09:51:20 +0000</pubDate>
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<h4 class="wp-block-heading">Zhangjiajie</h4>


<p>Im Hostel in Zhangjiajie gönnten wir uns ein Privates Zimmer. Nichts gegen die Dorms aber von Zeit zu Zeit brauchten wir auch unser eigenes Zimmer. Dabei konnte man sich austoben, das Gepäck ausbreiten und musste nicht täglich um seine herumliegenden Wertsachen bangen. Das Frühstück in unserem Hostel war inkludiert. Für uns gab es ein Spiegelei, eine Banane,Toastbrot mit Butter und Konfitüre sowie den altbekannten Kaffee. Ein guter Start in den Tag.</p>


<p></p>


<h4 class="wp-block-heading">Avatar Mountains und Tianmen Mountain</h4>


<p>Nach Zhangjiajie reist man in der Regel aus genau zwei Gründen. Für den weniger bekannten Tianmen Mountain mit dem Heavens-Door sowie für die weltbekannten Avatar Mountains &#8211; auch Flying-Mountains genannt.Letztere kennt man hauptsächlich aus dem Film Avatar. Beide Attraktionen kosteten umgerechnet je CHF 35.— Eintritt, was doch eine ordentliche StangeGeld ist. Da wir aufgrund des verpassten Zuges in Xian nur drei anstatt 4 Tagen hatten, entschieden wir uns am ersten Tag den Tianmen zu besuchen und an den restlichen beiden Tagen die Avatars. Gemäss der Wettervorhersage sollte das Wetteran unserem dritten Tag am besten sein und wir proirisierten die Avatar Mountains. </p>


<p>Als wir also den Tianmen besuchten war das Wetter wie erwartet – regnerisch, kalt und sehr neblig. Die Lage änderte sich über den gesamten Tag hinweg kaum. Der Nebel auf dem Berg passte irgendwie zur Stimmung und zur Kulisse. Wir waren für etwas kältere Tage gerüstet, hatten aber eben nur ein Satz Kleidung für kalte und regnerische Tage dabei. Unsere Regenjacken hielten uns lange trocken und auch die GoreTex Schuhe taten ihren Dienst. Nach einigen Stunden auf dem Bergen, hatten wir alle Pfade abgelaufen und machten uns auf den Weg nach unten. Dabei durchliefen wir eines der grössten, wenn nicht das grösste natürliche Loch in einem Stein überhaupt – The Heavens Door. Auf den Bildern im Internet sah diese Formation überwältigend aus. Da bei uns der Stein in Nebel gepackt war, konnten wir es kaum sehen. Die Umrisse waren knapp zuerkennen aber wirklich gesehen haben wir es leider nicht. Dank der Qualität meiner Kamera, konnte ich ein Foto schiessen, welches die tatsächlichen Umrisse darstellen konnte – trotz des dicken Nebels.</p>


<p>Zurück im Hostel waren wir bemüht unsere Kleider zutrocknen. Da wir eben nur die eine Regenjacke und Wetterfeste Schuhe hatten,waren wir nun froh um unser privates Zimmer. Wir konnten die Heizfunktion der Klimaanlage auf 34 aufdrehen uns unsere Kleider so bestmöglich trocknen. </p>


<p>Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zu den Avatar Mountains. Ein Local Bus brachte uns zum entsprechenden Eingang. Das Ticket bezahlten wir bar, machten uns mit unseren abfotografierten Mappen auf den Weg nach oben. Auf die Berge konnte man entweder hochlaufen oder mit einem Lift bzw.mit der Seilbahn hochfahren. Die Bahnen kosteten umgerechnet CHF 10.—extra pro Person und Fahrt. Wir entschieden uns für den Fussweg. Der Regen machte uns das Laufen nicht leichter, aber dafür war der Weg nach oben praktisch menschenleer.An sich gut und schön, bis zum Zeitpunkt an dem sich eine Horde wilder Affen auf dem Gehweg befanden.</p>


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<h4 class="wp-block-heading">Hey Monkey!</h4>


<p>Die 30 Affen auf dem Weg waren von etwa weiteren 20 Affen auf den Bäumen umgeben. Jetzt wurde es also etwas umständlich. Diese Affen sind bekannt dafür, dass sie den Touristen den Rucksack öffnen (ja, Reisverschlüsse öffnen können sie tatsächlich), die Wertsachen oder andere Gegenstände entwenden und auf nimmer wiedersehen im Wald verschwinden. Im dümmeren Fall Kratzen und Beissen diese auch mal, wenn nichts gefunden wird. Julia hatte bereits einige schlechte Erfahrungen mit den Affen. Ich als Neuling liess mich von Ihrer Angst anstecken. So standen wir da wie angewurzelt, klitschenass im Wald allein auf einem Wanderweg und vor uns eine Horde wilder Affen. Als schliesslich der grösste Affe mit herausgestreckter Brust sich uns näherte drehten wir erstmal um. Wir standen unter ein Vordach eines kleinen Häuschens und diskutierten uns die verschiedenen Vorgehensweisen. Hindurch rennen fiel weg, alle mit Essen zu bestechen kam nicht in Frage. Da kam in mir der Homo-Sapiens hoch und die Idee, mich als Silberrückengorilla zu geben. Diese Option fiel aber aufgrund meiner nicht existierenden Erfahrungen als furchterregender Silberrückengorilla weg. Glücklicherweise kamen zwei Einheimische aus der Richtung der Affen entgegengelaufen.Wir fragen sie, wie wir die Affen auf dem Weg am besten passierten und die Antwort war simpel: You just walk. Ich danke mir schon, dass da noch ein dickes fettes ABER folgen wird. Das aber lautete übersetzt etwa wie folgt: Einfach laufen.Die Affen nicht berühren, nicht in die Augen schauen, weder Brille noch Hut auf dem Kopf tragen, iPhone verstecken, Schmuck verstecken, Rucksäcke schliessen, Verschlüsse verstecken und Rucksäcke vorne tragen… And then just walk. Ah, easy na dann lets go. Mit etwas wackeligen Knien und einem konstant hohem Lauftempo passierten wir die Affen ohne weitere Probleme. Diese wichen uns zwar nicht aus aber griffen uns auch nicht an, sie sassen da, assen war sie gerade fanden und guckten uns beim vorbeigehen zu. Alles Easy, weiter geht’s.</p>


<p>Das Wetter verbesserte sich nur minimal. Immerhin liess der Regen nach. Die Zeit in den Bergen genossen wir. Auch gelangen uns einige gute Erinnerungsfotos darunter auch eines vom Halleluja Mountain – ein Highlight. Am morgen des vierten Tages hiess es für uns Sachen packen, Check-out und mit dem Bus zu unserer nächsten Destination Fenghuang fahren.</p>


<h4 class="wp-block-heading">Fenghuang</h4>


<p>Am Nachmittag und bei Regen in der Phoenix-Stadt angekommen,haben wir unseren Homestay im zweiten Anlauf gefunden. Die Offline-Karte MapsMe hilft uns ungemein beim Suchen und Finden unserer Hostel oder anderen Haltestellen.Die Mappe verzeigt das Ziel zwar oft um einige Meter – meist nicht weiter schlimm- und dennoch sind wir dankbar für dieses Gadget. Fenghuang an sich ist eine alt erhaltene Stadt mit sehr viel Charm. Da wir uns in der touristischen Nebensaison befanden, war in der Stadt nicht viel los. Auch das kalte,regnerische Wetter trug dazu bei, dass alles etwas trist wirkte. Zur Stimmung in der Altstadt passte es jedoch sehr gut. Unsere Erkundungstour hatten wir nach einigen Stunden bereits hinter uns und suchten nach etwas Essbaren, was sich als schwieriger als erwartet herausstellte. Nun gut, nach einem klassischen Reis mit Gemüse Gericht, war für uns das Abenteuer Fenghuang auch bereits durch. Da das Wetter sich schlicht nicht verbesserte, verbrachten wir die restliche Zeit mit sinnlosem herumschlendern und Tee trinken. Unser tägliches Highlight war das Frühstück in der Bäckerei. Das Brot war mit jenem von der Schweiz vergleichbar, also sehr europäisch. Wir mussten aber auch feststellen, dass 90% aller Brote süss anstatt salzig waren – ein kleiner Dämpfer.Wir nutzten die restliche Zeit und buchten unser nächsten Hostel in Yangshuo und informierten uns über die möglichen Aktivitäten während unseres viertätigen Aufenthalts.</p>


<p> </p>


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<h4 class="wp-block-heading">Yangshuo</h4>


<p>Wie konnte es anders sein, Yangshuo begrüsste uns nach einer neunstündigen Busfahrt am Abend um 21:00 mit Regen. Wir suchten die Bushaltestelle und den entsprechenden Bus, der uns in der Nähe unseres Hotels abladen würde.Dabei mussten wir feststellen, dass die Busse eher nach der Laune der Fahrer und hauptsächlich bei gutem Wetter verkehren. Wir hatten Glück. Der Busfahrer einer anderen Linie hatte vermutlich Dienstschluss und zeigte uns mit Händen und Füssen, wo wir ab Besten hinlaufen sollen, um den letzten Bus seines Kollegen zu erwischen. Und so geschah es, dass aus dem nichts plötzlich ein komplett leerer Bus erschien, uns auflud und durch die halbe Stadt fuhr. Er hielt netterweise so nahe am Hostel wie möglich wo wir schliesslich ausstiegen und die letzten 400m zum Hostel liefen – der Regen lies natürlich nie nach. Einchecken,Gepäcks aufs Zimmer schmeissen – übrigens der kleinste zwei Personen-Schlag,den ich je gesehen habe – und zum Abschluss des Tages das wohlverdiente Bier gönnen. Das Hostel wurde von einem Franzosen und seiner chinesischen Freundin vor zwei Monaten übernommen. Der Franzose war 9 Jahre ununterbrochen auf Reisen und hatte daher gute Erfahrungen wie ein Hostel zu funktionieren hat. Yangshuo ist eine Kleinstadt, welche einen enormen Backpacker Zuwachs geniest. Hotels und Hostels wurden an jeder Ecke gebaut. Die Umgebung mit den Bergen ist eindrücklich und den Besuch auf jeden Fall wert – bei schönem Wetter. Da es an drei von vier Tagen regnete, konnten die meisten geplanten Hikes und Besichtigungen nicht durchgeführt werden, da die Strassen und Wanderwege vom Regen weggespült waren. Ungläubig haben wir uns vergewissert ob dies tatsächlich so war und mussten feststellen, wo ein Weg war fand man oft nur einen Schlammhang – damn! Am letzten Tag setzte der Regen endlich aus. Wir mieteten Fahrräder und erkundeten die Gegend entlang der Ten-Mile-Gallery. Auch die Begehung des Moonhills, einem Berg mit einem riesigen Loch in der Mitte, war möglich. Auf halben Weg, am offiziellen Aussichtspunkt des Moonhills angekommen, wagten wir uns auf den verbotenen Pfad auf die Spitze des Berges mit einer unglaublichen Aussicht. Der Weg nach oben war tatsächlich eine kleine Herausforderung aber egal, die Aussicht war phänomenal.Als sich der Tag dem Ende zuneigte, mussten wir unser Gepäck packen, da wir am Nächsten Tag mit dem Zug nach Kunming fahren würden. Yangshuo war bis Dato die schönste Destination, auch wenn wir lediglich zwei Tage die Umgebung auf uns wirken lassen konnte, aber diese Tage toppten alles.</p>


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<h4 class="wp-block-heading">Kunming &amp; Hekou</h4>


<p>Spätabends, etwa um 22:30 in Kunming angekommen, suchten wir wieder einmal den lokalen Bus, der uns in die Nähe unseres Hostel bringen sollte.Ein junger Einheimischer fragte höflich nach, ob er uns helfen soll? Wir wussten welchen Bus wohin nehmen, dankten ihm aber für die höfliche Nachfrage.Raus aus der Bahnstation machten wir uns auf die Suche nach der Haltestelle. Nun,da wo sich die Haltestelle gemäss unserer Mappe befinden sollte stand ein riesen fetter Bagger vor einem noch fetteren Loch in der Strasse. Bei genauerem Hinschauen fiel uns auf, dass der komplette Fahrstreifen fehlte – Scheisse. Ok, MapsMe zeigte uns die nächste Haltestelle etwa 750m weiter westlich an. Wir wollte nun wirklich kein Taxi nehmen und uns die 6-8 Fr. sparen. Der Bus kostete vergleichsweise lediglich 70rp pro Person. So, 750m später fanden wir eine Haltestelletafel mit der Zeitangabe 08:00 – 22:00. Also kein Bussbetrieb nach22:00. Wir waren zu spät. In mir kam ein Flashback von Xian – als wir den Zug verpassten – und so lief ich einfach schnurstracks in Richtung Hostel. Die 3,2km waren mir trotz der 20kg Gepäck egal, da wir uns das Laufen mit dem Gepäck mittlerweile gewohnt waren. Ich wollte einfach ein Bett und Schlaf. Nach 50min. marschieren überkam uns das dumme Gefühl, dass unsere Reception nach 00:00 nicht mehr besetzt sein könnte – doch zum Glück war da tatsächlich ein Nachtwächter,der uns den Zimmerschlüssel überreichte. Kurz Zähneputzen und gute Nacht. Kunming an sich war nach einem Tag erkundet, da es nun wirklich lediglich eine Grossstadt war und uns nur als Zwischendestination nach Vietnam diente. Immerhin konnten wir noch zwei, drei Tage Sonne tanken und durch die Märkte flanieren. Nach einer letzten Partie Billiard in unserem Hostel und nach einer grosszügigen Mahlzeit, kontrollierten wir unsere Pässe sowie das Gepäck mit unserer frischgewaschenen Wäsche, verstauten das Geld und die Kreditkarten in unser diebstalsicheren Bauchtaschen, luden unsere Akkus und begaben in Richtung Busstation. Diesmal kam der Bus auch und fuhr uns zum Bahnhof – wo mir bei einem Kontrollposten aus welchen Gründen auch immer das Taschenmesser abgenommen wurde &#8211; und von dort gings zur Grenzstadt Hekou, wo wir zu Fuss über die Grenzbrücke nach Vietnam liefen würden. In Hekou mussten wir noch zwei Stunden warten, bis der Grenzeposten auf der chinesischen Seite pünktlich um 07:00 öffnete. Die Pass- und Gepäckskontrolle bei der Ausreise schien mir intensiver und aufwändiger als die Einreiseprozedur.Nachdem das chinesische- und vietnamesische Visa doppelt und dreifach kontrolliert wurde, kam der chinesische Ausreise stempel auf die Seite 26 schön neben Einreisestempel und damit war das Kapitel China bis auf Weiteres Geschichte. Die Überquerung der Brücke war speziell und auch wenn es nur etwa 250m waren, fühlte es sich an als ob man eine kleine Welt verlassen und auf der anderen Seite eine neue Welt betreten würde. Die Einreise in Vietnam war entspannter.Das Gebäude auf der vietnamesischen Seite der Brücke war schlicht, die Atmosphäre irgendwie locker und die Angestellten trotz der Frühe ziemlich gut gelaunt. Nach dem Med-Check und einer ersten Passkontrolle begrüsste uns der zweite Beamte mit einem herzlichen Xin Chàu, suchte die Seite im Pass mit dem eingeklebten Visa, platzierte den Einreisestempel begleitet vom handgeschriebenen Datum auf der Folgeseite und besiegelte damit unsere Einreise. Da der Scanner für das Gepäck defekt war, konnten wir diese Kontrolle einfach umlaufen und das wars. Vietnam, show me some love!</p>


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		<title>PEKING, XIAN</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2018 11:20:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Einreise Der Flug von Osaka nach Peking war an sich ein Flug wie jeder andere auch. Nach der Gepäckaufgabe und der Passkontrolle begaben wir uns<span class="excerpt-hellip"> […]</span></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4 style="text-align: justify;">Einreise</h4>
<p style="text-align: justify;">Der Flug von Osaka nach Peking war an sich ein Flug wie jeder andere auch. Nach der Gepäckaufgabe und der Passkontrolle begaben wir uns zum Gate. Dort fiel uns erstmals wirklich auf, dass westliche Touristen eine Rarität zu sein scheinen. Konkret waren nebst unserer Wenigkeit genau noch eine französische Familie zu sehen, welche jedoch in Peking lebte. Ihrer Diskussionnach, mussten sie am Folgetag ihre neue Wohnung besichtigen gehen. So gesehen waren wir also die einzigen zwei Exoten im gesamten Flieger – war ja klar.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim Boarden lassen wir uns in der Regel immer Zeit. Unsere Sitzplätze sind ja zugewiesen und ich bin kein Fan von unnötiger Hektik, wenn es ums ein- oder aussteigen geht – alles mit der Ruhe. Der Flug nach China belehrte mich eines Besseren! Die Chinesen Reisen mit massig Handgepäck! Damit meine ich nicht nur das Gewicht und die Grösse, sondern auch die Menge. Gefühlt hatte jeder Reisende mindestens zwei Handgepäck-Stücke. Als wir also als einer der letzten Passagiere den Vogel betraten, waren die Ablageflächen oberhalb unserer Sitzplätze längst mit Gepäckstücken gefüllt. Julia ihr Tagesrucksack wurde etwa 25 Sitzreihen weiter vorne verstaut, während ich meinen noch unter den Vordersitz schmuggeln konnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Nachdem wir uns eingerichtet hatten, wurde uns kurz darauf bereits das Essen serviert. Es gab «Pok Lais, o Chicken Lais» also Reis mit Schweinefleisch oder Reis mit Poulet. Ich und Julia nahmen jeweils das Eine, falls das Andere nicht schmackhaft sein sollte. Beides war eher sosolala. Da wir uns aber am Flughafen in Osaka noch ein letztes Ramen gönnten, war unser Hungerklein, sodass wir auch ohne das Pok Lais and Chicken Lais gut verpflegt waren.</p>
<p style="text-align: justify;">In Peking gelandet war es bereits dunkel und wir mussten noch unser Hostel finden. Mit der ausgefüllten ARRIVAL CARD machten wir uns mit grossen schnellen Schritten in Richtung Einreisekontrolle. Dabei musste ich feststellen, dass auch die Chinesen mit ihrer eher bescheidenen Grösse ein beachtliches Lauftempo an den Tag legen können. Bevor wir uns bei der Einreisekontrolle einreihen durften, mussten wir an einem Automaten den Pass scannen und unsere Fingerabdrücke einlesen. Mit dem «OK- Voucher» hatten wir die Erlaubnis durch den optischen Medizin-Check zu laufen. Dieser war vermutlich dazu da um angeschlagen oder krank wirkende Passagiere zu kontrollieren bevor diese ins Land gelassen würden. Julia hatte immer noch mit Halsschmerzen zu kämpfen, zog aber trotzdem das Halstuch ab, um keinen «Kranken» Eindruck zu machen. Nach dem Medizin-Check durften wir uns bei den Schaltern für ausländische Touristen anstellen. Zu unserem Glück waren da nur etwa eine Handvoll, sodass wir kaum lange warten mussten. Nach einer kurzen und strengen Kontrolle unseres Passes und dem Visa wurden nochmals die Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht. Danach wurde der Pass auf der glattpolierten Theke zurückgeschoben, mit einem seitlichen Kopfnicken der Einlass gewährt und durch ein lautes und sehr bestimmtes: Next, come on! War der Fall abgeschlossen – China, we are in!</p>
<h4 style="text-align: justify;">Internet</h4>
<p style="text-align: justify;">Im Hostel angekommen mussten wir rasch feststellen, dass das Internet wie wir es kennen tatsächlich komplett blockiert ist. Chinesische Internetseiten mit der Endung .cn funktionieren. Alles andere, was unserer Reise diente und worüber wir kommunizierten, war «nicht erreichbar». Ich meine Damit google und alle Dienstleistungen von google also google maps, googlebilder, google translate etc. Auch normale Seiten wie Facebook, Instagram, das Wetter oder <a dir="ltr" href="http://thebigstep.ch/">thebigstep.ch</a> konnten nicht aufgerufen werden. Hilfreiche Blogseiten zu Chinareisen, oder Routenfinder waren allesamt nicht zugänglich. Wir hatten uns zum Glück in Japan noch eine VPN-App auf unsere Smartphones installiert, welches es uns eingeschränkt und nur teilweise erlaubt,diese Firewall also die Barrieren zu umgehen.</p>
<h4 style="text-align: justify;">Peking</h4>
<p style="text-align: justify;">Nachdem wir unser Hostelzimmer bezogen hatten, genossen wir erstmal ein wohlverdientes kühles Blondesund planten die Aktivitäten der kommenden Tage. Auf unserer Liste standen die verbotene Stadt, welches sich unmittelbar um die Ecke unseres Hostels befand und natürlich die chinesische Mauer. Das Umrechnen der Währung mussten wir uns ebenfalls aneignen und die gängigen Preise für Essen und Bahnfahrten erfragen. Wir bemerkten schnell die Mentalität der Chinesen. Sie war anders aber irgendwie angenehm.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6469.jpg" width="1600" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6483.jpg" width="1600" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6487.jpg" width="1600" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6407.jpg" width="1600" height="1200" /></p>
<h4 style="text-align: justify;">Sauberkeit und Spucken</h4>
<p style="text-align: justify;">Wir mussten feststellen, dass tatsächlich auf offener Strasse gespuckt und gerotzt wird. Es ist nicht ganz so schlimm wie anfangs befürchtet, doch es kommt vor. In den Restaurants hätte ich es noch nie gesehen und auch in den Wartesälen oder im Bahnhof wird meist in einen Mülleimer gespuckt, aber es kommt vor. Die Rollerfahren nutzen meist die Pause an den Ampeln um zu spucken und die Autofahrer kurbeln kurz das Fenster runter. Alles in allem geht es durch das Leben und dem Lärm auf der Strasse komplett unter und ist meinem Empfinden nach nicht tragisch.</p>
<p style="text-align: justify;">Zu unserem Erstaunen mussten wir feststellen, dass es unzählige Strassenreiniger gibt. An jeder Ecke putzt eine Dame oder ein Herr jeden noch so kleinen Dreck zusammen. Jeder Zigarettenstummel und falls es nichts mehr zu putzen gibt auch jedes Blatt, dass von Baum fällt wird aufgenommen. Ich konnte es fast nicht glauben und hätte nun wirklich überhaupt nicht damit gerechnet. Es scheint gewissermassen auch eher eine Beschäftigung als harte Arbeit zu sein, aber die Strassen sind frei von Müll. Jeder öffentliche Mülleimer hat zwei Teile, einer für recyclebare Abfall, der andere für das Restliche. Was den Smog angeht war es so, dass man diesen bisher nur in Peking sah und zwarbesonders bei Sonnenuntergang. Aber was der Müll auf der Strasse angeht waren wir erstaunt.</p>
<p style="text-align: justify;">Ähnlich wie in Japan fahren auch in China überdurchschnittlich viele Elektrofahrzeuge umher. Besonders Scooter also Roller sind praktisch alle elektrobetrieben. Normale Benzinroller findet man hierzulande kaum mehr.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/img_7158.jpg" width="877" height="658" /></p>
<h4 style="text-align: justify;">Verbotene Stadt</h4>
<p style="text-align: justify;">Gleich am Folgetag unserer Ankunft in Peking, besuchten wir die verbotene Stadt. Beim anstehen bemerkten wir die unzähligen Kameras, welche in der gesamten Stadt verteilt sind. Nicht nur bei grösseren oder wichtigen Gebäuden, sondern an jeder Strassenecke in jedem Restaurant ja sogar jeder Minibus hat mindestens 3-5 Kameras. Man gewöhnt sich schnell daran und ändern kann man es sowieso nicht. Nach der Gepäcks- und Passkontrolle – Ja richtig gelesen &#8211; begaben wir uns also zum Ticketschalter, wo wir zugleich ein Audioguide mieteten. Da wir uns im Vorfeld nicht wirklich mit der Geschichte der Stadt befasst war uns dieser eine Hilfe. Die Stadt scheint wie ein eigenes abgekapseltes Dorf mit gefühlten 750 Häusern und 10000 Zimmern hat es uns der Besuch den ganzen Tag in Anspruch genommen. Die Stadt ist sehenswert und ein muss für jeden Peking besuch. Diegewaltige Grösse der Plätze und der Gebäuden &#8211; solche Eindrücke sind schwierig auf einem Foto zu festzuhalten.</p>
<p style="text-align: justify;">Zurück im Hostel machten wir Bekanntschaften mit anderen Backpackern bevor wir am nächsten Tag die chinesische Mauer besuchen würden.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6375.jpg" width="1600" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0916.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0905.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0893.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0936.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0870.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0868.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0866.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0864.jpg" width="1800" height="1200" /></p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/img_7107.jpg" width="4032" height="3024" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/img_7112.jpg" width="4032" height="3024" /></p>
<h4 style="text-align: justify;">Die chinesische Mauer</h4>
<p style="text-align: justify;">Um das Abenteuer-Feeling hoch zu halten, versuchen wir die Ausflüge auf eigene Faust durchzuführen.Vorgegebene Gruppenausflüge meiden wir. Dies galt also auch für die chinesische Mauer. Wir schlossen uns Moritz an. Einem deutschen Langzeitreisenden, welcher wir am Vorabend kennengelernt hatten. Er schlug vor morgens gleich um 06:00 loszugehen. Er kenne einen guten Spot mit wenig Touristen, welcher sein Bruder bereits besucht hatte. Pünktlich um 06:00 ging das Abenteuer chinesische Mauer also los. Mit der U-Bahn fuhren wir zu einem Bus-Parkplatz, bei welchem sich ein schwedisches Paar uns anschloss. Von dort fuhren wir per Bus weiter zu einer Raststätte, wo wir uns kurz verpflegen konnten. Moritz zeigte uns bei dieser Gelegenheit die Köstlichkeiten Baudse und Djaudse – Teigbälle oder Dumplings gefüllt mit Fleisch oder Gemüse – njomnjomnjom!</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6387.jpg" width="1600" height="1200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Ich schweife ab. Von der besagten Raststätte und mit gestilltem Hunger ging es weiter zu einem abgelegenen Platz, bei welchem wir aussteigen sollten. Normalerweise fuhren hier dann Shuttlebusse zu den Haupteingängen, aber da wir uns in der Nebensaison befanden, waren diese Busse nicht mehr im Dienst. Also verhandelten wir mit einem anwesenden kleinen privaten Taxi einen guten Preis aus, wonach er uns zum Eingang, mit einem menschenleeren Mauerabschnitt, chauffierte. Wir liefen also auf der Mauer bis zum nächsten Ausgang &#8211; gute 6km. Darunter gab es Abschnitte, bei welcher man förmlich klettern musste. Die Treppen waren schlicht zu steil und wirkten von vorne gesehen wie eine Wand. Die chinesische Mauer war gigantisch und egal wo man hinschaute, war weder ein Anfang noch ein Ende der Mauer in Sicht. Man konnte auf die hinterste noch sichtbare Bergspitze schauen, garantiert stand auch dort ein Wachtturm oder eine Mauerkette. Unvorstellbar diese Grössen. Nachdem wir die Wanderung hinter uns brachten und zurück ins Hostel fuhren mussten wir uns kurz im Hostel erholen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6389.jpg" width="1597" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6395.jpg" width="1597" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6399.jpg" width="1600" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0957.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0955.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0951.jpg" width="1800" height="1200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Am Abend gönnten wir uns zusammen mit Moritz eine Pekingente. Moritz hatte diese bereits seit längerem auf seiner ToDo-Liste und wir wollten ihn begleiten. Die Pekingente bestellten wir bereits filetiert, zusammen mit dünnem Fladenbrot, Gemüse und einigen Saucen. Mit diesen Zutaten baut man sich eine Art Mini-Wrap und geniesst so diese überaus köstliche Speise.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6406.jpg" width="1600" height="1200" /></p>
<p style="text-align: justify;">Moritz hatte während seiner andauernden beinahe 6-jährigen Weltreise so einige Geschichten und Tipps auf Lager. Gesprächsstoff war also genug vorhanden und wir genossen seine Gesellschaft enorm.</p>
<p style="text-align: justify;">Nachdem wir uns also von Moritz verabschiedeten, hiess unsere nächste Destination Xian.</p>
<h4 style="text-align: justify;">Xian</h4>
<p style="text-align: justify;">Nach der Metropole Peking war die nächste Grossstadt an der Reihe – Xian. Berühmt für die Terracotta Krieger und die Stadtmauer um Xian, sollte diese Stadt als Zwischenhalt unserer Durchreise dienen. Von der Ankunft bis praktisch zu unserer Abreise wollte es in Xian regnen und die Kälte fiel auf unter 10 Grad Celsius – ein Kälteschock nach den angenehmen Temperaturen in Japan und Peking.</p>
<h4 style="text-align: justify;">Terracotta Armee</h4>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Motto Do It Yourself, würden wir auch die Terracotta Armee auf eigene Faust besuchen. Im Hostel kurz informiert wo ein-, um-, und auszusteigen ist und welche kosten uns für diese Fahrten verrechnet würden,machten wir uns also auf den Weg die Krieger zu besuchen. Da die Krieger sich in Hallen befanden, machte es uns nichts aus, dass es regnete – im Gegenteil. Nach einer holprigen, hupenden und lauten Minibusfahrt erreichten wir den Busparkplatz vor der Ausstellungshalle. Schnell einige Gruppen beim anstehen für die Eintrittstickets überholt und schon standen wir auf dem Ausstellungsgelände. In einem Blog erfuhren wir, dass es sinnvoll wäre, die drei Hallen in der umgekehrten Reihenfolge zu besuchen, so würde man die imposanteste grosse Halle als letztes sehen.Gemäss diesem Tipp liefen wir also entgegen der grossen Mengen durch die Hallen. Die Ausstellung selbst war eindrücklich, wie erwartet. Uns war zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, dass die Krieger noch gar nicht alle ausgegraben waren. Von den drei Hallen war lediglich die kleinste praktisch vollständig freigelegt. Die anderen zwei Hallen waren höchstens zu 50% ausgegraben. Man sah auch die eingerichteten Plätze an denen, vermutlich nach Ladenschluss, gearbeitet wurde. Trotzdem, entweder dauerte der Bau der Hallen und der gesamten Anlage extrem lange (35 Jahre), sodass noch keine Zeit übrig war die restlichen Abschnitte zu bearbeiten oder man arbeitet sich bewusst langsam durch die gesamte Anlage um einen möglichen zweiten Besuch in einigen Jahren zu erwirken. Wie auch immer, das freigelegte Material war eindrucksvoll, und erfüllte unsere Erwartungen. Nach etwa 2-3 Stunden besichtigen, lesen und fotografieren machten wir uns mit einem warmen Bubble-Tea in der Hand auf den Rückweg in Hostel. Übrigens BubbleTea ist ein warmer oder kalter Schwarztee – mit Milch aufgegossen, begleitet von süsslichen Gelatinebällchen. Moritz hatte immer von Diesen geschwärmt und nachdem er uns Diese kosten liess, waren wir begeistert. Seither sind wir totale BubbleTea-Liebhaber.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0974.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0981.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0978-1.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0966.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0969.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_0963.jpg" width="1800" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/img_7113.jpg" width="4032" height="3024" /></p>
<h4 style="text-align: justify;">Glatte Steine</h4>
<p style="text-align: justify;">In China habe ich ungemeine Schwierigkeiten mit den nassen und glatten Steinen, die überall in der Fussgängerzone verbaut sind. Mein Schuhprofil und diese Steine wurden nie Freunde. Das Material der Steine erinnert an einen glattpolierten Marmorboden, der zudem mit Olivenöl eingerieben wurde. Julia hatte mit den Steinen keine Probleme. Es lag also irgendwie an meiner Schuhsole, welche mir das Fortbewegen erschwerte. Ich wirkte dem Rutschen entgegen, indem ich auf den gelben rauen Streifen lief, welche eigentlich als Orientierungshilfe für Blinde gedacht wären. Diese Streifen sind zu meinem Glück überall auf dem Bürgersteig verbaut.</p>
<p style="text-align: justify;">In Xian brach Regen und Kälte über uns ein, welches uns für die nächsten Wochen verfolgen sollte. Das andauernde schlechte Wetter machte müde. Die Lust an einer spontanen Stadterkundung war nicht vorhanden und auch die Stadtmauer mit dem Fahrrad zu befahren war so nicht gegeben. Wir rauften uns auf und besuchten die Märkte und sehenswürdigen Plätze in Xian. Unser Aufenthalt in Xian sollte ja sowieso nicht lange dauern und an solches Wetter mussten wir uns vorübergehend gewöhnen. Alles gut bis zum Tag der Weiterreise.</p>
<h4 style="text-align: justify;">Der verpasste Zug</h4>
<p style="text-align: justify;">Am Tag unserer vermeintlichen Abreise begaben wir uns um 06:00 zum Hauptbahnhof Xian. Nach der Ticket- und Gepäckskontrolle begaben wir uns zum entsprechenden Gate und warteten etwa 60min darauf den Zug besteigen zu können. In China funktionieren dieLangstrecken-Züge anders als in Europa aber dazu ein anderes Mal mehr. Also, nachdem wir also gewartet haben und unser Zug endlich aufgerufen wurde,begaben wir uns durch die nächste Sicherheitsschleuse zu den Geleisen und reihten uns bei unserem Sektor ein. Da es sich um eine 22-stündige Zugfahrt mit Zwischenstopp handelt und es morgens um 07:00 war, freuten wir auf unser Bett im Schlafabteil des Zuges.Obwohl 3 Betten übereinandergestapelt waren, dabeinicht genug Platz war sich auf dem Bett aufrecht hinzuhocken und keine Türe zum Gang hin existierten, sollte der Schlaf trotzdem möglich sein. Wir also im Halbschlaf mit unserem gesamten Pack dabei einzusteigen, Julia war bereits im Zug, als die werte Dame bei meinem Ticket plötzlich aufschrie: Wait!!! Ich dachte ich müsse eventuell wieder den Pass zeigen oder der Rucksack wäre zu gross oder was weiss ich – nichts dergleichen. Die Dame zeigte mit stramm durchgestrecktem Zeigefinger auf ihre Uhr, um genau zu sein auf das Datum. 07. Nov. 2018. Dann wanderte der angewinkelte Daumen ihrer anderen Hand auf das Datum auf meinem Ticket: 06. November 2018.Scheisse, wir sind einen Tag zu spät dran! Wir haben uns tatsächlich um einen Tag vertan. Das Zugticket ist ungültig und wir dürfen den Zug nicht betreten. Da er ausgebucht war konnten wir also auch kein Ticket nachträglich am Gleis lösen, sondern mussten den Bahnhof umgehend verlassen. Ach, scheiss die Wand an dachte ich mir. Mir dämmerte es wo der Fehler passierte. Während unseres Aufenthalts in Japan, erhielt ich von der Agentur, über welche wir die Zugtickets buchten, eine Nachricht, dass eben genau jene Verbindung plötzlich nicht mehr verfügbar sei. Ich musste also kurzfristig eine Ersatzroute aus dem Hut zaubern welche an sich auch gepasst hätte, nur hätten wir Xian einen Tag früher verlassen müssen, was ich so nicht mehr in der Rechnung hatte. Hilft jetzt alles nichts.  Wie weiter? In solchen Situationen will ich das Problem schnellstmöglich angehen und umgehend lösen. Genau dieser Drang überkam mich auch in dieser Situation. Fokussieren, überlegen, in Schritte einteilen und los. 1. Wir brauchten schnellstmöglich ein Ticket von Xian nach Zhangjiajie &#8211; unserer nächsten Destination. Also raus aus dem Bahnhof, und rein ins nächste Tourist-Center. Dort wurde uns gesagt, dass man in den Bahnhof rein müsse und am Schalter einfach ein neues Ticket lösen, sollte kein Problem sein (Wohlbemerkt, so wurde es uns via Google-Übersetzer mitgeteilt). Wir passierten mit etwas Mühe den ersten Sicherheitsposten &#8211; ohne gültiges Zugticket. Anschliessend drängten wir uns auf chinesische Art an einen Schalter vor, von welchem aus wir uns am «Ausländerschalter» einreihen sollten. Dort konnte also tatsächlich eine Angestellte Englisch. Ich händigte Ihr unsere beiden Pässe aus (Tickets in China sind personalisiert) und wünschte: «next possible train toZhangjiajie» Ihre Finger malträtierten die Tastatur und etwa 45 Sekunden später fragte sie: only 2 hardsleeper, same car, different cabin, day after tomorrow, 1am, OK? Daten kurz verarbeiten, Julia das Update durch die Halle schreien und klar Antworten: Yes, please!</p>
<p style="text-align: justify;">Ein lächeln gab es bis zum Schluss nicht aber die Pässe begleitet von unseren Zugtickets schob sie mir, nach bestätigter Kreditkartenzahlung, unter dem dicken Sicherheitsglas hindurch. 1. Schritt erledigt. Nun brauchen wir eine Schlafmöglichkeit. Ohne WiFi und kaum chinesisch Kenntnisse erwartet uns die nächste Herausforderung. Ich schlug vor einfach in unser altes Hostel zurückzukehren. Dort hätten wir zumindest WiFi und im besten Fall zwei freie Betten für eine Nacht. Wir warteten vergebens auf unseren Citybus. Nach 50 Minuten im strömenden Regen, müde und angeschissen kam eine junge Chinesin auf uns zu und meinte, der Bus fällt vermutlich für die nächste Zeit aus. Es wäre sinnvoll einen anderen Bus oder ein Taxi zu nehmen. Da uns keine andere Busverbindung bekannt war, die unser Hostel ansteuerte, wollten wir eigentlich ein Taxi nehmen. Die Laune war zu diesem Zeitpunkt auf einem Allzeittief und so war es mir egal etwas mehr für ein Taxizu bezahlen. Hauptsache ein Dach über dem Kopf und eine Schlafmöglichkeit für die nächste Nacht, dachte ich mir. Wir also losgelaufen in Richtung ehemaliges Hostel in der Hoffnung ein Taxi zu finden – Nada. Kein Taxi weit und breit. Taxis waren eigentlich omnipräsent, ausser genau zu diesem Zeitpunkt. Genug, wir beschlossen kurzerhand die 3,5km zum Hostel zurück zu laufen.Nach etwa 500m begegnete uns der Citybus und zum gleichen Zeitpunkt waren plötzlich auch massenweise Taxis verfügbar. Egal, unser Marsch war angelaufen und dank der hohen Pace erreichten wir das Hostel innert 30Minuten. Klatschnass, müde, angeschissen und trotzdem voller Hoffnung fragten wir, ob noch zwei Betten im Dorm verfügbar wären. No, sorry hostel-dormis fully booked. We only have a privateroom left for thisnight – 120RMB?! Yes, thats fine we’ll take it! erwiderte ich ohne zu zögern. Umgerechnet etwa CHF 17.—waren es wert, ein eigenes Bett für die nächsten 24 Stunden zu haben. Punkt 2 war abgehackt und noch vor 12:00 schafften wir es das Problem zu lösen, wonach wir uns eine ordentliche Portion Schlaf gönnten.</p>
<h4 style="text-align: justify;">Stadtmauer und Nachtzugfahrt</h4>
<p style="text-align: justify;">Wir checkten nach knapp 24 Stunden wieder aus und hatten noch bis nach Mitternacht Zeit, bevor wir uns zum Bahnhof begeben müssten. Das Wetter an diesem Tag war ausnahmsweise gut, sogar die Sonne lies sich blicken, also holten wir die Fahrradtour auf der Stadtmauer nach. Die Sonne tat unserem Gemüt gut uns so erholten wir uns und bereiteten uns auf die Zugfahrt, welche diesmal nur 17 Stunden dauern sollte, vor.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Abendessen fuhren wir uns also wieder an den Bahnhof zurück, diesmal mit gültiger Fahrkarte und besserer Laune. Alles lief glatt und wir hatten schnell unsere Schlafplätze im Zug eingenommen. Der einfachheitshalber haben wir in unseren Kleiderngeschlafen, wie jeder andere auch. Die Platzverhältnisse waren tatsächlich nicht für grosswüchsige Europäer ausgelegt, aber wir konnten uns gut damit abfinden.Dem Lärm wirkten wir mit Kopfhörern oder Gehörschutz entgegen und bei Tagesanbruch und 7 Stunden schlaf war Leben im Zug spürbar. Wir konnten erstaunlich gut schlafen und gönnten uns unser vorbereitetes Frühstück. Süsse Brötchen begleitet von Mandarinen und zum Trinken gab es Wasser. Wir wussten, dass man sich in China für längere Zugfahrten mit Essen eindecken muss. So hatten wir nebst dem Brot und den Früchten auch die allgegenwärtigen Nudelsuppen im Petto. In den Gängen gab es Klappsitze mit kleinen Tischen und am Ende des Gangs war kochend heissesWasser für die Nudelsuppen verfügbar. Die Chinesen sind sich Touristen in solchen Zügen irgendwie noch nicht gewohnt und so wurden wir bewundert, beobachtet und angelächelt. Es fühlte sich nicht aufdringlich an. Es war pure Neugier. So hatten wir auch keine Probleme damit, dass die Chinesen Fotos von uns machten. Da ihre Smartphones oft auf laut gestellt sind, verriet das Klick-Geräusch sie beim Knipsen eines Fotos. Wobei auch ohne das Klicken war es offensichtlich genug. Wir hatten unseren Spass und erreichten Zhangjiajie erholt, genährt und mit einer guten Geschichte pünktlich um 18:05. Ab ins Hostel, einchecken und gute Nacht.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6625.jpg" width="1600" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6620.jpg" width="1600" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6611.jpg" width="1600" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6584.jpg" width="1600" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6574.jpg" width="1597" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6649.jpg" width="1600" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6653.jpg" width="1597" height="1200" /><img loading="lazy" decoding="async" src="https://thebigstep.ch/wp-content/uploads/k1600_img_6651.jpg" width="1600" height="1200" /></p>
<p style="text-align: justify;">
<p>Der Beitrag <a href="https://thebigstep.ch/blog/peking-xian/">PEKING, XIAN</a> erschien zuerst auf <a href="https://thebigstep.ch">thebigstep.ch</a>.</p>
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		<title>DAS VISA FÜR CHINA</title>
		<link>https://thebigstep.ch/blog/das-visa-fuer-china/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Oli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Sep 2018 16:19:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ni Hao Ich guck im Kalender nach und bemerke, dass es bereits gegen Ende Juli zugeht. Die Zeit fliegt förmlich und unsere ToDo-Liste vor der<span class="excerpt-hellip"> […]</span></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4 style="text-align: justify;">Ni Hao</h4>
<p style="text-align: justify;">Ich guck im Kalender nach und bemerke, dass es bereits gegen Ende Juli zugeht. Die Zeit fliegt förmlich und unsere ToDo-Liste vor der Abreise ist noch lang. Wir hatten vor kurzem unseren Flug nach Japan gebucht und wussten zugleich, dass wir uns 2 Wochen im Land der aufgehenden Sonne aufhalten würden. Die 2 Wochen waren von unserem Japan Rail Pass quasi vorgegeben. Viel länger wollten wir dort ohnehin nicht verbringen, besonders da Japan kein günstiges Reiseland ist und wir unser Budget anfänglich zu schonen versuchen. Es war also allerhöchste Eisenbahn uns um unser China-Visa zu bemühen. Es stellte sich schnell heraus, dass das Visum nicht einfach nur ein einseitiges Formular war. Auf den vier Seiten wurde unter anderem der Nachweis der Ein- und Ausreise, sowie die Buchungsbestätigung sämtlicher Aufenthaltstage gefordert. Einen verhältnismässig günstigen Einreiseflug von Osaka nach Peking hatten wir schnell gefunden und gebucht. Da wir aber quer durch das Land reisen und schliesslich von der südlichen chinesischen Grenze nach Vietnam laufen wollten, sah ich noch einige Probleme auf uns zu kommen.</p>
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<h4 style="text-align: justify;">Roadmap</h4>
<p style="text-align: justify;">Julia durchforstete das Internet nach gängigen Routen, atemberaubenden Plätzen und Must-Does in China. Ich für meinen Teil wollte die chinesische Mauer sehen, die verbotene Stadt besuchen und nicht gekidnappt werden. Julia fand tatsächlich wunderschöne Dörfer und Sehenswürdigkeiten und zwar fernab vom Massentourismus und überfüllten Zentren. Nachdem die Route klar war, mussten wir lediglich die Hostels oder entsprechende Übernachtungsalternativen in jenen Regionen buchen. Somit war der Teil mit der Einreise und den Übernachtungsnachweisen erledigt. Das Problem war die Ausreise.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 style="text-align: justify;">Die Ausreise zu Fuss</h4>
<p style="text-align: justify;">Julia informierte sich per E-Mail bei der chinesischen Botschaft in Bern, ob eine Ausreise zu Fuss von Hekou (China) nach Lao Cai (Vietnahm) möglich wäre. Zu unserem Erstaunen erhielten wir eine erfreuliche Nachricht. Es war an sich möglich die Grenze auf dem Fussweg zu überqueren, es bedarf aber einen Nachweis, dass man sich an jenem Tag in Hekou befindet. Der beste Nachweis war eine Übernachtung bzw. ein Zugticket nach Hekou. Wir organisierten sämtliche Zugverbindungen für die gesamte Reise, die Anreise nach Hekou eingeschlossen. Läuft soweit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 style="text-align: justify;">Flug als keine Alternative</h4>
<p style="text-align: justify;">Wir hatten schnell bemerkt, dass die landesinternen Flugverbindungen teuer, sehr teuer waren. Die Volksrepublik China duldet wohl keine EasyJet oder andere Budget Fluggesellschaften. Die günstigsten Reisewege war jene mit den Zügen und Bussen. Züge waren vergleichsweise erschwinglich und anscheinen komfortabel. Auf der <a href="https://www.travelchinaguide.com/">TravelChinaGuide</a>-Website konnten wir unsere Zugverbindungen selber zusammenstellen und in Auftrag geben. Bald darauf erhielt ich eine höfliche Buchungsbestätigung wonach wir all unsere Zugtickets am erstmöglichen Bahnhofsschalter in Peking beziehen können.</p>
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<h4 style="text-align: justify;">Fake-Buchungen</h4>
<p style="text-align: justify;">Es wäre an sich auch denkbar gewesen sämtliche Buchungen, also sowohl die Ein- und Ausreiseflüge wie auch die Übernachtungen, zu buchen und nach dem Erhalt des Visa wieder zu stornieren. Flüge- und Hotelbuchungen lassen sich heutzutage problemlos stornieren. Oftmals zu einem vernachlässigbaren geringen Betrag oder sogar ganz kostenlos. Aber irgendwann mussten wir die Übernachtungs-Buchungen ja tatsächlich vornehmen und da in China der grösste Teil des Internets zensiert oder gesperrt ist, hatten wir einen gewissen Respekt spontane Buchungen vor Ort zu tätigen. Des weiteres wussten wir, dass wir mit unserem Englisch in China genauso ausgeliefert waren wie ein Chinese in Europa mit seinem Mandarin. Aus diesen Gründen entschieden wir uns gegen solche Fake-Buchungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 style="text-align: justify;">Die Botschaft in Bern</h4>
<p style="text-align: justify;">Nachdem wir unser vierseitiges Antragsformular ausgefüllt und die Passfotos gemacht hatten, wurde es ernst. Die Anträge müssen bei der Visa-Antragsstelle in Bern von mindestens einem Antragsteller persönlich abgegeben werden. Es war ein Freitagvormittag, ich hatte mir den Vormittag frei genommen, als ich die Botschaft in Bern aufsuchte. Ich irrte also im beeindruckend Botschaftsviertel in Bern umher, als ich kurz darauf, dank GoogleMaps, vor der Botschaft der Volksrepublik China stand. Bis auf die bekannten roten chinesischen Lampen und gefühlten 250 Überwachungskameras, sah das Gebäude aus wie jeder andere kleine Palast in diesem Viertel. Ich suchte also nach dem Eingang, als mich ein Angestellter der Botschaft höflich und mit einem chinesischen Akzent in einer beeindruckenden Lautstärke ansprach: &#8222;<strong>Visa? you go around the corner!</strong>&#8222;. Alles klar. Ich also um die Ecke und da war sie, die Türe zur Halle mit den Schaltern für die VISA-Anträge. Ich reite mich hinter einer der beiden Schlangen ein. Die Schlange endete am Schalter, welche mit einem &#8211; in fetten Buchstaben gedruckten &#8211; <strong>VISA</strong>-Schild versehen war. Vor meinem geistigen Auge stellte ich mir vor, wie auch dieses mit fetten Buchstaben geschriebenen <strong>VISA</strong>-Schild mich förmlich anschrie &#8211; <strong>VISA, YOU WAIT HERE!</strong> Blödes Kopfkino.</p>
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<h4 style="text-align: justify;">Die Begegnung am Schalter</h4>
<p style="text-align: justify;">Am Schalter angekommen wollte ich mit einem akzentfreien <strong>Ni Hao,</strong> punkten. Ni Hao bedeutet einfach übersetzt Hallo auf Mandarin. Als Antwort kam von der gut gelaunten Angestellten ein trockenes, mit einem fiesem schmunzeln versehenes <strong>guten Morgen!</strong> So, da lag ich wohl 0:1 hinten. Nach unserem ersten Beschnuppern überreichte ich ihr voller Stolz den Antrag begleitet von sämtlichen gewünschten Dokumente. Die nette Angestellte, ich nenne sie mal Mi-Ling, war eine Dame um die 30, etwa 1.55m gross, schwarze, streng nach hinten gebundene Haare. Auf der Nase trug sie eine Brille mit einer gefühlten Korrektur von Dioptrien -6. Richtig fette Gläser waren in dieses Brillengestell eingearbeitet. Nun gut, mir gegenüber war sie sehr freundlich und für mich zählte nur den Antrag durchzubekommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 style="text-align: justify;">Der Antrag</h4>
<p style="text-align: justify;">Ihr geschultes Auge bemerkte hier und da ein fehlendes Kreuz oder eine unvollständige Angabe, was ich sofort ergänzte. Der Antrag war OK, die Flugbestätigung für den Einreiseflug auch OK. Die Buchungsbestätigungen für die Übernachtungen &#8211; und das waren so einige Seiten &#8211; ebenfalls lückenlos. Nun ging es um die Wurst. Als Ausreisebestätigung hatte ich lediglich die Buchungsbestätigung für das Zugticket nach Hekou und die gedruckte E-Mail mit der Zusage, dass eine solche Grenzüberquerung zu Fuss möglich sei. Mi-Ling stand hinter dem Schalter auf, richtete ihre Brille und entschuldigte sich. Nach einer kurzen Rücksprache mit Ihrer Kollegin, nickten beide lächelnd. Gutes Zeichen dachte ich mir. Sie setzte sich also wieder auf Ihren Stuhl bestätigte, dass dies soweit passt. <strong>COME ON!!!</strong> Sie händigte mir den Abholschein aus und meinte, dass die Pässe ab dem kommenden Mittwoch zur Abholung bereitstanden. Bezahlt wird bei Abholung nur mit Karte, kein Cash. Danke und ihnen einen schönen Tag, <strong>nächster!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 style="text-align: justify;">Alles für einen Sticker</h4>
<p style="text-align: justify;">Am darauffolgenden Donnerstag, war es soweit. Ich machte mich wieder auf den Weg zur chinesischen Botschaft nach Bern, um unsere Pässe mit den eingeklebten Visa abzuholen. Bei der Botschaft angekommen wusste ich ja den Weg <strong>&#8222;around the corner&#8220;</strong> bereits. Stolz mit meinem Abholschein in der Hand überholte ich in der Halle die gesamte Schlange, welche an jenem Tag richtig lang war, und begab mich direkt zum Schalter <strong>PICK-UP.</strong> Natürlich war auch dieses Schild in fetten Buchstaben gedruckt. Mir sollte es recht sein. Der bevorstehende Tanz sollte ein kurzer werden. Das Ni Hao sparte ich mir diesmal und gab ein zwangloses &#8222;<strong>good morning</strong>&#8220; von mir. Mit einem stummen Nicken wurde mir der Schein abgenommen. Im Gegenzug erhielt ich die beiden Pässe mit der Bitte &#8211; <strong>Please Check!</strong> Alles klar, ich suchte also das VISA und da war es, auf der Seite 26 in meinem Pass eingeklebt. Wie gewünscht habe ich die beiden Pässe begutachtet und keinen Fehler gefunden.  Yes everything is correct. Daraufhin habe ich die 2 x 70.&#8211; mit der Karte bezahlt, die Pässe eingepackt und die Botschaft breitgrinsend verlassen. Was für ein geiles Gefühl!</p>
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