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	<title>essen Archive - thebigstep.ch</title>
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	<description>Der Reiseblog eines Weltenbummlers</description>
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	<title>essen Archive - thebigstep.ch</title>
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		<title>KUTA &#8211; EIN ZUHAUSE, DAS SURFEN UND EIN SCHWERER ABSCHIED</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Dec 2019 05:07:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Kuta auf Lombok In diesem Blogpost will ich über unseren Monat auf Kuta berichten. Von der Rückreise nach Kuta über die Visa-Verlängerung und dem Surfen<span class="excerpt-hellip"> […]</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://thebigstep.ch/blog/kuta-ein-zuhause-das-surfen-und-ein-schwerer-abschied/">KUTA &#8211; EIN ZUHAUSE, DAS SURFEN UND EIN SCHWERER ABSCHIED</a> erschien zuerst auf <a href="https://thebigstep.ch">thebigstep.ch</a>.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Kuta auf Lombok</h2>



<p>In diesem Blogpost will ich über unseren Monat auf Kuta berichten. Von der Rückreise nach Kuta über die Visa-Verlängerung und dem Surfen bis hin zur Abreise von Denise.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Flores</h2>



<p>Nach unserem Bootstrip von Lombok nach Flores, gönnten wir uns eine Verschnaufpause in der nordöstlichen Hafenstadt Labuan Bajo. Flores war bekannt für seine grünen Wälder, schönen Wasserfälle, antiken Dörfer und atemberaubenden Landschaften. Uns war auch bewusst, dass sich eine Erkundungsreise durch Flores gerade jetzt, da wir uns bereits auf der Insel befänden, anbieten würde. Aber wir wollten surfen. Wir sehnten uns nach einem zu Hause weg von zu Hause. Einem Ort, an dem wir mehrere Wochen bleiben würden. Wir wollten unser Gepäck einfach mal ausgebreitet liegen lassen, ohne nach wenigen Tagen wieder aufbrechen zu müssen. Flores bleibt auf meiner Liste und ich werde die Insel zu einem späteren Zeitpunkt bereisen, garantiert. </p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Fähre &#8211; Bus &#8211; Fähre &#8211; Minibus &#8211; Minivan</h2>



<p>Eine 28-stündige Reise lag vor uns. Wir entschieden uns gegen den Flugtransport und für den längeren, mühsamen, aber günstigeren Land- und Wasserweg. Eine Fähre brachte uns von der Hafenstadt zur westlichen Insel West Nusa Tanggara. Juhu, wieder einige Stunde auf einem Boot! Stunden später erreichten wir das Festland. Die Busse warteten bereits ungeduldig auf uns Passagiere. Wir hatten uns vorgängig über die Preise informiert. Da unterschiedliche Busse und Anbieter zur Auswahl standen und die Konkurrenz gross war, konnten wir den Preis grosszügig drücken.</p>



<p>Nach einem guten Deal und der mehrstündigen Busfahrt, mussten wir mitten in der Nacht auf die Fähre umsteigen. Das zumindest haben wir aus den Worten: «you go boot, no bus, no swim» des Fahrers verstanden. Denise war gerade eben eingeschlafen und nach dem ruppigen Aufwachen entsprechend angeschissen. Mittlerweile waren wir bereits gut 18 Stunden ununterbrochen unterwegs. Auf der Fähre suchten wir Schlaf. Dies wurde von den Verkäufern auf der Fähre aber verunmöglicht, da diese ununterbrochen: «Nasi Goreng, Nasi Goreng» schrien! Müssen wohl Misanthropen sein. Wer sonst schreit unaufhörlich Nasi Goreng mitten in der Nacht auf einer Fähre, während sich Passagiere nach Schlaf sehnen.</p>



<p>Morgens um sechs dann erreichten wir die Ostküste von Lombok – endlich. Wir hatten es bald geschafft. Wir wurden zum nächsten Busterminal chauffiert, wo wir unseren letzten Transport zum Hostel arrangierten. Gute 28 Stunden später erreichten wir unsere gebuchte Bleibe für die nächsten 2 Tage – Hallo Kuta.</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Hallway Homestay und Mutti Uyun </h2>



<p>Die Reise war überstanden und wir hatten es ohne Umweg und Verluste zurück nach Kuta geschafft. In Kuta fühlten wir uns wohl. Nun suchten wir eine Unterkunft für die nächsten vier Wochen. Bedingungen: Ein Privatzimmer in der Nähe des Zentrums mit funktionaler Warmwasser-Dusche, einer ausgestatten Küche (idealerweise mit Standmixer für Smoothies), Klimaanlage und gutes WiFi. Ja, wir stellten hohe Ansprüche. Das Ganze durfte dabei nicht mehr als CHF 10.— pro Nacht kosten, also 5.— pro Person. Auf den Portalen Booking, Agoda und Hostelworld fanden wir nichts was unseren Ansprüchen genügen würde. Auch als wir uns im Zentrum und in der näheren Umgebung an den «Rooms available»-Schildern orientierten, wollte nichts Perfektes dabei sein. Letzte Chance Air-B&amp;B.</p>



<p>Ich hatte Air-B&amp;B in Asien nie wirklich in Betracht gezogen, aber es konnte ja nicht schaden. Die Auswahl war gering, aber darunter war ein Juwel – Hallway Homestay. &nbsp;Wir machten uns auf den Weg die Bleibe und die Gegend zu besuchen. Vor Ort trafen wir Uyun – der Boss auf dem Platz. Ihrem Mann gehörte dieser Bungalow-Komplex, wenn man es so nennen will. Aber Uyun hatte klar die Hosen an. Wir schauten uns das Zimmer an und es war perfekt! Alle unsere Bedingungen schienen erfüllt. Nun ging es um den Preis und Uyun hatte Verhandlungsgeschick. Wir einigten uns auf exakt CHF 10.— pro Nacht inklusive Frühstück. Was für ein Deal! Ein Deal der alle glücklich stimmte!</p>



<p>Nachdem uns Uyun noch einen Roller zu einem Spotpreis organisieren konnte, fuhren wir zu unserem alten Hostel, packten unsere Sachen, checkten aus fuhren zurück zu unserem neuen zu Hause, schmissen unser Gepäck in eine Ecke und zelebrierten unsere neue Bleibe, die warme Dusche, das offerierte Frühstück und das verdammt geile Leben!</p>


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<h2 class="wp-block-heading">To-Do Liste Kuta</h2>



<p>Ganz ohne Verpflichtungen und ohne Hausaufgaben blieben wir
dann doch nicht in Kuta. Auf unserer To-Do Liste waren folgende Punkte
aufgeführt. Denises Reisepass in Mataram abholen, Oli’s Visarun, Surfen, Denise
musste einen Job in Australien finden, Surfen, Lion King 2 gucken, Handstand
üben, zusammen kochen, Surfen, ein Blogbeitrag schreiben, Einen Kaffeefilter
bauen (da die Indonesier einfach nicht wissen wie man einen Kaffee zu trinken
hat – sorry) und zu guter Letzt das Surfen!</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Mataram – Visa und Spielhallen</h2>



<p>Denise hatte Ihre Visaverlängerung beantragt, noch bevor wir
den Bootsausflug nach Flores anraten. Entsprechend mussten wir den ihren Pass
nur noch in Mataram auf der Imigrasi abholen. Dies lief wie geschmiert. Die einstündige
Anreise sollte nicht nur des Reisepasses wegen sein. Wir verbrachten die
restliche Zeit des Tages damit in Einkaufszentrum rumzuirren wobei wir eine
Spielhalle entdeckten. EINE SPIELHALLE! Vom Airhockey-Tisch über ein
Shootergame zum Virtuellen-Motorradrennen und Tanzwettbewerb – unser inneres
Kind war geweckt! Wir kauften uns die benötigten Credits und probierten die
besten Spiele aus. Wir lachten, schwitzten, fluchten und lachten wieder. Denise
konnte zwar den Gesamtsieg einheimsen aber bei der Königsdisziplin, Airhockey,
konnte ich meine Ehre wahren.&nbsp; </p>


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        </div>


<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Visarun</h2>



<p>Ich hatte bereits zwei Monate in Indonesien verbracht und
wie es sich herausstellte, waren 60 Tage bei weitem nicht genug. Ich brauchte
mehr Zeit für dieses wunderbare Land. Zwei Monate in Indonesien bedeuteten auch,
dass ich mein Visa nicht mehr im Land selber verlängern konnte. Ich musste also
das Land verlassen und erneut einreisen, um ein gültiges Visum für die nächsten
30 Tage, mit der Option auf 60 Tage zu verlängern, zu erhalten. Ein klassischer
Visarun stand mir bevor. Ich suchte den günstigsten Flug vom nahegelegenen
Flughafen in Lombok nach «mir absolut egal» wohin. Die Suche ergab, dass Kuala
Lumpur (KL), Malaysia die günstigste Destination für einen Hin- und Rückflug
war – natürlich am selben Tag. Ich kaufte einige Snacks, packte meinen Laptop
und die Kopfhörer in meinen Daypack und tritt meinen kleinen Tagesausflug an.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lombok – Kuala Lumpur – Lombok</h2>



<p>Morgens um sechs Uhr bestieg ich den Flieger und landete pünktlich in KL. Nach Erkundigung des Flughafens setzte mich in das günstigste Restaurant mit WiFi – ein Burger King. Ich arbeitete an einem <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Blogpost  (öffnet in neuem Tab)" href="https://thebigstep.ch/blog/lombok-flores-ueber-matrosen-travelhacks-und-olis-glueck/" target="_blank">Blogpost </a>bevor es Zeit wurde meinen Rückflug anzutreten. Gleiches Prozedere wie auf dem Hinflug. Beim betreten des Flugzeuges begrüsste mich die gleiche Crew wie bereits auf dem Hinflug. Ein eigenartiger Moment.</p>



<p>In Lombok angekommen dachte ich mir die Einreise würde einfach von der Hand gehen – aber da waren ja wieder die Offiziellen von der Einwohnerbehörde. Der Herr war korpulent, um es höflich zu beschreiben. Er hatte eine stramme Frisur und ein unehrliches Lächeln im Gesicht. Die Frau vor mir, sie hielt einen französischen Pass, hatte denselben Tagesausflug wie ich hinter sich – ein Visarun nach KL. Die Beamte bohrte bei ihr unaufhörlich nach, wieso sie denn am selben Tag ein uns ausreiste und wieso sie sich so lange in Indonesien aufhalten würde und ob sie einer Arbeit nachgehe. Es war 22:30 und weder sie noch ich hatten die Nerven sich mit den Beamten zu streiten. Nachdem sie die Beamten überzeugen konnte, dass sie lediglich reise, erhielt sie den Einreisekleber und Stempel.</p>



<p>Ich war an der Reihe. Gleiches Spiel. Ich sagte, ich könne ihm die Fotos meiner Destinationen, meine Reiseroute und meine Homepage zeigen – ich will bloss Indonesien bereisen. Ich war zu müde und mir war nicht nach Spiel und Spass – darum setzte ich auch kein Lächeln mehr auf. Erstaunlich schnell nickte er, stempelte den Pass und gab mir noch den Tipp – «next time, apply for a six month visa – that’s the cheaper option» Ich solle also von Beginn an ein sechs Monate Visa beantragen, dies sei günstiger. Jajaja dachte ich mir. Eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung würden seiner Figur zugutekommen – dachte ich laut vor mich hin.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Surfen</h2>



<p>Ich wollte endlich surfen. Kuta war ein idealer Ausgangspunkt, um mit dem Surfen zu beginnen. Denise stand bereits zwei oder drei Male auf dem Surfbrett. Ich genau einmal und das vor gefühlten fünf Jahren. Wir erkundeten uns bei Mutti Uyun, welcher der richtige Strand für Anfänger sei, wonach sie uns den Ort auf der Karte zeigte.</p>



<p>In den folgenden vier Wochen verbrachten wir unzählige Stunden am Strand, im Wasser und natürlich auf dem Board. Wir blieben unserem Surfshop, Hary’s, treu. Er, sowie die anderen Surfer und Surflehrer dort, wurden zu Freunde. Das Surfen haben wir uns schrittweise selbst beigebracht. Wir haben uns unzählige Surfvideos angeschaut, die Einheimische um Tipps gebeten und natürlich stundenlang geübt. Unzählige Male wurden wir von der Wucht der Wellen unter Wasser gedrückt, mitgerissen oder einfach weggespült. Öfters frustrierend aber immer wieder lehrreich. Wir halfen einander und gaben uns Tipps. Denise spürte es, sobald ich unkonzentriert, ungeduldig oder hungrig wurde – ohne dass ich es je zugeben wollte. Sie behielt natürlich recht.</p>



<p>Wir wurden besser, Welle für Welle. Wir machten beachtliche Fortschritte und wechselten bereits nach kurzer Zeit vom Anfängerboard zum fortgeschrittenen, kürzeren und schmaleren Hardtop. Jeder Tag auf dem Surfboard endete mit brennenden Schulter- und Rückenmuskeln sowie neuen Schnitten an den Füssen und Beinen. Dabei immer begleitet von einem unglaublichen Glücksgefühl. Ich liebte es. </p>


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        </div>


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<h2 class="wp-block-heading">Kaffeefilter</h2>



<p>Der Kaffee in Indonesien ist an sich ganz ok. Aber die Weise wie er serviert und getrunken wir, damit konnte ich mich nicht anfreunden. Der gemahlene Kaffee wird nicht gefiltert. Stattdessen wird das Pulver in eine Tasse gegeben und mit heissem Wasser aufgegossen. Kurz umrühren, zwei Minuten sitzen lassen und geniessen. Gegen Ende musste man dann vorsichtig schlürfen, um nicht etwas den Kaffeesatz zu trinken. Nein, so will ich meinen Kaffee nicht trinken. Ich wollte meine Tasse Kaffee geniessen, ohne dabei zu achten, ob ich bereits am Kaffeesatz nuckle oder nicht.</p>



<p>Denise war mit einem nachgewiesenen IQ von 129-134 hochbegabt. Ich als Ingenieur liebe das Lösen von Problemen und Optimieren von Systemen. Wäre ja gelacht, wenn wir für ein solch einfaches Problem keine kostengünstige Lösung finden würden. So geschah es, dass Denise aus normalem Haushaltspapier einen Filter designte und faltete, während ich eine PET-Flasche zu einem Filter-Chassis umfunktioniert. Das Resultat war ein funktionaler Kaffeefilter.</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Travelhack</h2>



<p>Mein Travelhack für diesen Blogpost: Lokale SIM Karten. Wo immer man in Südostasien hinreist, sollte man sich eine einheimische SIM-Karte beschaffen. SIM Karten werden oft an jeder Ecke verkauft und kosten meistens CHF 1.&#8211; bis 3.&#8211;. Das Datenpaket, welche man sich dazukauft, kostet in der Regel zwischen CHF 5.— bis 15.— pro Monat, je nach gewünschter Datenmenge. Mit dem Internet auf dem Smartphone ist man frei. Man kann sich günstige Taxis/Grab/Uber bestellen, die besten Hostelangebote von unterwegs reservieren, Musik hören, auf der Reise Bücher herunterladen, Wörter übersetzen und mit Freunden und Familie kommunizieren, ohne dabei auf ein WiFi angewiesen zu sein.</p>


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        </div>


<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Die Küche mit dem Wellblechdach</h2>



<p>Endlich wieder eine einigermassen ausgestattete Küche. Wir vermissten
Smoothies, selbstgemachtes Knoblauchbrot und Pasta al dente. Daher gönnten wir
uns fast täglich eine selbstgemachte Leckerei. Es harmonierte in der Küche.
Selbst mit den stumpfen Messern und viel zu kleinen Schneidebrettern,
harmonierte es zwischen uns. Denise wusste wie man ein gutes Shakshuka
zubereitet und so stand dieses Gericht öfters auf dem Speiseplan. So geschah
es, dass währenddessen sie Tomaten einkochte und ich den Knoblauch und die
Zwiebeln hackte, es plötzlich auf dem Wellblechdach über uns knallte – BAAAM! «What
the fuck?! What was that?» Es waren der Einschlag einer Kokosnuss. Die
Kokosnüsse fielen von der 15m hohen Palme runter auf das Dach über unseren
Köpfen und erzeugten dabei ein gewaltigen Knall. Beim ersten Mal habe ich mir
fast in die Hosen geschissen. Danach erschreckte ich mich nur noch – jedes Mal
fast zu Tode. </p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Ernährung</h2>



<p>In Indonesien veränderte sich meine Ernährungsweise
ungewollt. Fleisch vom Rind war teuer. Schweinefleisch gab es, aufgrund des
gelebten muslimischen Glaubens auf der Insel, nicht. Ich musste mich mit Poulet
und Fisch begnügen. An einem durchschnittlichen Tag ass ich Reis mit Gemüse,
Tempe, Eier, Bananen, Mangos und Pfannkuchen. Dabei verzichtete ich auf
Süssgetränke, trank viel Wasser, gönnte mir meinen Tee und Kaffee hauptsächlich
schwarz und reduzierte meinen Alkoholkonsum auf ein Minimum. Die billigste
Flasche Wein kostete schliesslich CHF 20.— und war dennoch ungeniessbar. Guter
Wein kostete entsprechend mehr. Trotzdem gönnten wir uns hier und da ein Glas
Wein, ein kühles Blondes oder ein Cocktail. Zusammen mit dem vielen Surfen,
Schnorcheln und Laufen, fühlte ich mich tatsächlich so fit wie lange nicht
mehr. Läuft soweit.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Essenskultur</h2>



<p>Die indonesische Küche war an sich abwechslungsreich, wobei
Reis oft die Basis für praktische jede Mahlzeit bildet. Aber auch in Sachen
Desserts gibt es die eine oder andere Köstlichkeit. Rückblickend entdeckte ich
für mich das Dessert Terang Bulan – ein überdimensionaler und kalorienreicher
Pfannkuchen. Aber auch Gado Gado, ein Warmer Salat mit Erdnuss-Sauce, Satay
Spiesse sowie die Klassiker Nasi- und Mi Goreng (gebratener Reis oder Nudeln
mit Gemüse oder Poulet) oder Nasi Campur (Reis mit unterschiedlichen Zutaten
von Buffet wie Tempe, Eier, Gemüse, Curry, Fish) sind nicht zu verachten.</p>



<p>Am Tag besuchten wir meistens die lokalen und günstige
kleinen Restaurants namens Warung. Nasi Campur stand immer weit oben auf der
Liste. Man konnte sich buffetmässig sein sättigendes Essen zusammenstellen
lassen &#8211; für umgerechnet CHF 1 &#8211; 1,50. Aber natürlich durfte es auch mal eine
Poke-Bowl für CHF 5.&#8211; beim Restaurant um die Ecke sein. Wir liessen es uns auf
jeden Fall gut gehen. </p>



<p>Kleine Anmerkung, die Indonesier essen ohne Messer. Wenn
nicht gerade mit den Händen gegessen wird, findet man im Restaurant/Warung nur
Löffel und Gabel. Das Essen wir meistens in entsprechend mundgerechten Stücken
zubereitet, sodass nichts geschnitten werden muss. Wenn man grossen Hunger
mitbringt, kann man das Gericht einfach in sich hinein schaufeln. Höchst
effizient.</p>


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<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Faszination</h2>



<p>Nachdem Denise mir bereits die Ukulele-Grundlagen und den
Handstand beibrachte, lehrte sie mir täglich neue Dinge – oft unbewusst.</p>



<p>Sie spricht ein unfassbar reines Englisch, begleitet von
einem immensen Wortschatz. Selbst Engländer halten es oftmals für unmöglich,
dass sie als gebürtige Holländerin, nie in England gelebt hat. Aufgrund dessen
bat ich sie mich zu korrigieren, alsbald ich mich falsch oder unschön auf
Englisch ausdrückte.</p>



<p>Sie vermittelte mir die Bedeutung von Akkuratesse und die Nützlichkeit der Sorgfalt und die Liebe zum Detail. Beispielsweise spielte es eine Rolle ob die Ukulele genau abgestimmt war und nicht etwa nur soso lala. Beim Surfen war es wichtig auf die richtige Welle zu warten und dabei das Momentum des Aufstehens abzuwarten. Beim Zuhören einer Geschichte spielen oftmals Details eine zentrale Rolle.</p>



<p>Weiter lehrte sie mir die Meinung unwichtiger oder
unbedeutenden Personen nicht zu stark zu gewichten. Auch mal etwas zu tun, ohne
sich Gedanken zu machen was andere davon halten – einfach machen. Daran muss
ich mich noch herantasten.&nbsp; </p>



<p>Es war auch Denise die mir zeigte, dass man sich des Öfteren
etwas gönnen muss. Bis anhin hatte ich eine «hauptsache günstig»-Einstellung.
Dabei ist es besonders während einer Reise mit einem geringen täglichen Budget
wichtig, dass man sich auch mal etwas gönnt. In unserem Fall war das der Wein
mit gutem Käse, ein Essen beim Italiener oder ein Privatzimmer mit warmer
Dusche.</p>



<p>Ich bin immer noch unglaublich fasziniert von ihrer ehrlichen
und offenen Persönlichkeit. Geschmückt mit Sarkasmus und Humor. Basierend auf
ihrer atemberaubenden Erscheinung und der imponierenden Intelligenz – Ich hatte
den Glauben an so etwas Schönes bereits aufgegeben. </p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Australien</h2>



<p>Für das Reisen benötigt man Geld. Denise war, wie ich auch, seit bald knapp einem Jahr unterwegs. Dabei neigte sich Ihr Budget langsam dem Ende zu. Damit sie nicht in die Niederlande zurückkehren musste, verschaffte sie sich ein Work &amp; Travel Visa für Australien. Dieses Visa erlaubt es ihr in Australien zu arbeiten und Geld zu verdienen um anschliessend weiterreisen zu können. Als Schweizer können wir leider kein solches Visa beantragen. Australien ist dabei ein sehr teures Land. Das Problem liegt also auf der Hand. Denise wird für die nächsten Monate in Australien Geld verdienen und ich werde leider vorübergehend nicht mehr bei ihr sein können. Wir beide wussten um die bevorstehende Situation. Der Tag der Verabschiedung näherte sich unaufhaltsam. Natürlich vergehen die Tage welche man mit einem geliebten Menschen verbringt viel schneller als die Zeit ohne diesen Menschen. Gerade hatte ich mich an ihre Wärme, ihre erfrischende Persönlichkeit und ihre Liebe gewohnt und schon mussten wir uns vorübergehend voneinander trennen. Die letzten beiden Tage waren wunderschön und unterhaltsam aber auch intensiv und emotional. </p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Der schwerste Abschied</h2>



<p>Der Tag war gekommen. Ich fuhr Denise mit dem Roller zum internationalen
Flughafen Lombok. Wir liefen zum Schalter und checkten Ihren grossen Backpack ein.
Dabei behielten wir beide die Fassung. Wir lächelten uns zu, schauten uns in
die Augen. Gesprochen haben wir dabei nur wenig. Meine Augen waren feucht und
meine Lippen zitterten unaufhörlich. Nach dem Check-in schnappte sich Denise ihre
Ukulele und ich ihren Daypack. Über die Rolltreppe liefen wir Hand in Hand zur
Passkontrolle und hielten kurz davor an. Wir fielen uns in die Arme und weinten
drauflos. Ich heulte wie ein Schlosshund. Ich war nicht im Stande zu sprechen. Kennst
du das Gefühl, wenn kein Ton aus dir rauskommt, wenn dir die Stimme wegbleibt –
genau das passierte gerade mit mir. Ich wollte ihr noch ein letztes Mal sagen,
was sie mir bedeutete und dabei kam kein Piep über meine Lippen. Und weil
Denise eben Denise ist und über ein unglaublich gutes Gespür verfügt, sprach
sie mir mit bebender Stimme von der Seele und fragte: «you can’t talk right?».
Sie hatte recht, ich konnte nicht sprechen. Wer würde da nicht gleich wieder
anfangen zu weinen. Es war mir egal was die vorbeilaufenden Passagiere dachten,
für mich gab es in diesem Moment nur Denise. So vergingen einige der
intensivsten Minuten meines Lebens.</p>



<p>Es wurde Zeit, sie sollte auf keinen Fall ihren Flug verpassen. Noch ein letzter Kuss gefolgt von einem «I love you». Dann passierte Denise die Passkontrolle legte ihr Gepäck auf das Rollband und reihte sich hinter dem Personenscanner ein. Unsere Blicke wichen nicht voneinander. Denise war an der Reihe passierte die Schranke und war weg. In diesem Moment fühlte ich wie jemand gerade ein Teil von mir weggerissen hat.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Und jetzt?</h2>



<p>Denise und ich sind uns einig, wir glauben an unsere
Beziehung. Es ist zwar ein ganz schöner Kraftakt eine so junge Beziehung, über
einen längeren Zeitraum und dieser Distanz aufrecht zu halten. Jedoch will ich
für Denise nichts unversucht lassen. Auch Denise empfindet gleich.<br>
Beim Gedanken an Vertrauen läuft es mir verständlicherweise kalt den Rücken
runter. Aber so spielt das Leben. In dem Sinne, Herausforderung angenommen!</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://thebigstep.ch/blog/kuta-ein-zuhause-das-surfen-und-ein-schwerer-abschied/">KUTA &#8211; EIN ZUHAUSE, DAS SURFEN UND EIN SCHWERER ABSCHIED</a> erschien zuerst auf <a href="https://thebigstep.ch">thebigstep.ch</a>.</p>
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			</item>
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		<title>VIETNAM &#8211; SEIT NUN ÜBER 8 MONATEN UNTERWEGS</title>
		<link>https://thebigstep.ch/blog/vietnam-seit-nun-ueber-8-monaten-unterwegs/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Oli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2019 11:08:08 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://thebigstep.ch/blog/vietnam-seit-nun-ueber-8-monaten-unterwegs/">VIETNAM &#8211; SEIT NUN ÜBER 8 MONATEN UNTERWEGS</a> erschien zuerst auf <a href="https://thebigstep.ch">thebigstep.ch</a>.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Hanoi, here I am again</h2>



<p>In Hanoi angekommen, musst ich Nasenspray für meine laufende
Nase besorgen. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die
Fluggesellschaften, welche es pflegen die Klimaanlage on Board auf Stufe
«rechtsanschlag» zu stellen. Zum Glück aber befindet sich in Hanoi an praktisch
jeder Ecke eine Apotheke. Daraufhin musste auch für Vietnam wieder eine neue
SIM Karte und ein Datenpacket für die nächsten 30 Tage besorgt werden. Ohnehin
gehört mobiles Internet in der heutigen Zeit einfach dazu – ohne mich da rechtfertigen
zu müssen. Zum Glück sind die Datenpakete in Südostasien erschwinglich.</p>



<p>Da ich die ersten anderthalb Tage noch allein unterwegs war, quartierte ich mich in einem altbekannten Hostel ein. Danach hatte ich Zeit und organisierte Geld – mal eben 3 Millionen vietnamesische Dong abgehoben-, buchte das nächste Hostel und machte wie immer neue Bekanntschaften bei einem gekühlten Bier in der Common-Area unseres Hostels. In Hanoi war es aktuell 38°C, aber dank der hohen Luftfeuchtigkeit so um die 450’000%, fühlte es sich an wie 52°C – zumindest gemäss den gängigen Apps auf den Smartphones. Ich lief meistens klitschnass durch die Gegend und war dabei in guter Gesellschaft.</p>



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<p>Estelle und Selin reisten am übernächsten Tag nach und so checkten wir in einem beliebten Hostel, dem Vietnam Backpacker Hostel, ein. Das Hostel ist bekannt für gute Stimmung und ausgelassene Feste. Da Selins Geburtstag nahte, war dies also ein perfekter Ort für uns. Die Tage verstrichen schnell. Unser Tagesablauf war doch immer ähnlich. Aufstehen, frühstücken, sightseeing, wieder essen, für den Abend auffrischen und ab auf die Piste. Hanoi war zwar nicht bekannt für sein Nachtleben, aber dank den Tipps einiger Einheimischen fanden wir die Juwelen, welche auch bis in die frühen Morgenstunden geöffnet hatten. Anscheinend machte ich es mir zu Gewohnheit, andere englische Akzente zu adaptieren. So wurde ich also aktuell öfters als Nordbrite eingeschätzt. Ich nehme es als ein Kompliment.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Cat Ba</h2>



<p>Es wurde Zeit die nächste Ortschaft in Angriff zu nehmen.
Cat Ba war eine willkommene Option. Ich war bereits in Cat Ba gewesen und mir
gefiel die Gegend. Wir gönnten uns ein privates Dreibett-Zimmer zum Spottpreis
von CHF 8.— pro Nacht. Also 2,70 pro Nacht ist mitunter das günstigste was ich
jemals für eine Unterkunft bezahlt habe – Ach ich liebe dich Vietnam.</p>



<p>Pflichtgemäss haben wir uns Roller gemietet und die Insel bis in die hinterste Ecke erkundet. Der Nationalpark mit seinen unglaublich grossen Schmetterlingen, die historischen Höhlen und die Aussichtspunkte wurden schön abgearbeitet. Auf eine Tour in die Halong Bay verzichteten wir – aus Kosten- und Zeitgründen. Mir egal, ich hatte die Halong Bay für mich bereits erlebt.</p>


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        </div>


<p>Tag drei in Cat Ba sollte unser letzter sein, am nächsten Morgen
ging es bereits wieder zurück nach Hanoi. An unserem letzten Abend war keine
Party angesagt, kein Alkohol und keine unnötig teuren Restaurantbesuche
vorgesehen. Die Zeit war reif für eine Movie-Night. Ich hatte mein Surface Pro dabei
und das WiFi war stabil genug für die Inhalte von Netflix zu streamen. Essen holten
wir uns beim Italiener um die Ecke und die Snacks von der Mini-Mart-Mama auf
der gegenüberliegenden Strassenseite. Entspannen, Licht aus und Play.</p>



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<p>Zurück in Hanoi verabschiedeten wir uns von Estelle. Sie musste ihre Reise auf die Philippinen antreten. Ich und Selin planten die ersten Schritte unseres Trips nach Ha Giang. Wie immer beendeten wir die Planerei und spielten stattdessen lieber eine Runde Billard oder Tischfussball. </p>


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        </div>


<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Ha Giang</h2>



<p>Da waren es nur noch wir zwei und ein mehrtägiges Abenteuer. Nach einer achtstündigen Busfahrt erreichten wir Ha Giang morgens um zwei Uhr. Auch hier konnten wir provisorisch einchecken und erstmals eine ordentliche Portion Schlaf nachholen. Am Morgen nach dem Frühstück informierten wir uns über die besten Routen, Schlafmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten. Den Roller mieteten wir direkt im Hostel. Ich packte meinen Tagesrucksack für einen viertägigen Trip und schnallte diesen auf den hinteren Teil meines Halbautomaten-Rollers. Bevor es für uns losging, halfen wir der Hostel-Familie die Mangos ab dem Baum zu pflücken. Der Mangobaum wuchs direkt vor dem Eingang des Hostels. Zum Dank gab es nebst den geschnittenen Mangos auch ein frischer Mango-Smoothie – yes! Danach ging das Abenteuer los.</p>


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       <div class="swiper-button-prev"></div> <div class="swiper-button-next"></div>
        </div>


<p>Wenn es um atemberaubende Landschaften geht, ist man als Schweizer verwöhnt. Uns ist es schwierig zu beeindrucken, wenn es um Berge, Täler und schöne Aussichten geht. Aber der Ha Giang Loop hat mich imponiert. Die Berge sind anders, die Landschaften nicht zu vergleichen mit der der Schweiz. Einfach schon nur für mehrere Stunden durch die Natur zu gleiten und immer wieder ein kleines Dorf zu passieren war ein grandioses Gefühl. Ich bin definitiv kein Stadtkind. Die Natur mit all Ihren Facetten zu erleben, dass macht mich glücklich. Natürlich hatten wir auch mit platten Reifen und falscher Routenführung zu kämpfen. Auch die Strassen waren abschnittsweise haarsträubend, aber das gehört zu einem guten Abenteuer dazu.</p>



<p>Ein weiterer Punkt auf meiner To-Do-Liste war also endlich abgehackt. Der Ha Giang Loop verdiente sich einen Platz unter den Top-5 meiner Lieblingsreiseerlebnisse.</p>


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<p>Der Abschied nahte und so machte sich Selin auf die Weiterreise nach Ninh Binh. Die Gruppe hatte sich also definitiv aufgelöst – ein trauriger Tag. Ich für meinen Teil würde meine letzten Tage in Hanoi verbringen. Laos hiess das Ziel, dass ich nach Vietnam anpeilte und Hanoi war ein guter Ausgangspunkt für mein Vorhaben. Auch habe ich den Rest von Vietnam gerade erst bereist und wollte nun wirklich nicht meine Zeit an mir bereits bekannten Orten verschwenden.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Zurück in Hanoi</h2>



<p>Die Hauptstadt Vietnams mustert sich langsam zu meiner Lieblingsstadt in Südostasien. Wie gesagt, ich bin ein absolutes Landei und versuche längere Aufenthalte in Grossstädte zu vermeiden. Ich fühle den Grossstadt-Vibe einfach nicht. Hanoi hingegen hat Charm. Besonders der Stadtteil Old-Quarter hat es mir irgendwie angetan. Hier geht alles gemächlich zu, hier lässt man sich Zeit. Viele Junge Leute leben hier und das Nachtleben finden auch mehrheitlich in diesem Bezirk statt. An jeder Ecke findet man kleinere und grössere Kaffees – und ja die Vietnamesen verstehen was von Kaffee! Essen kann man buchstäblich in jeder Seitengasse oder vor jeder kleinen Küche mit einem Tisch und vier Plastikstühlen. </p>



<p>Ich hatte mein Lieblingskaffee in der Nähe meines Hostels gefunden. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite gab es eine authentische französische Bäckerei. Der Besuch in dieser Bäckerei gehörte zu meinem täglichen Pflichtprogramm. Richtig gutes Brot hatte ich wahnsinnig vermisst. Zudem wusste ich, dass ich vermutlich für längere Zeit kein anständiges Brot kosten werde. Aus diesem Grunde musste ich hier zünftig zupacken. Dunkles Brot, Croissants mit und ohne Schokolade oder einfach ein Semmelbrötchen alles täglich frisch und meistens verfügbar. Das Brot also in der Bäckerei abgeholt und in meinem Kaffee auf der gegenüberliegenden Strassenseite zu einem vietnamesischen schwarzen Kaffee genossen. Was für einen Start in den Tag.</p>


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<h3 class="wp-block-heading">Sightseeing und Aufladen</h3>



<p>In Hanoi versuchte ich jeden Tag eine Sehenswürdigkeit zu besuchen. Unterwegs war ich praktisch immer zu Fuss, es sei denn, ich war knapp an der Zeit. So bin ich täglich zwischen 7-20km gelaufen, was mein Croissant vom Frühstück in jedem Falle rechtfertigte. Ich habe das Hanoi Hilton, also das Kriegsgefängnis von Hanoi besucht, worin US-Gefangenen im Vietnam Krieg festgehalten wurden. Darunter übrigens auch ehemaliger US-Präsidentschaftskandidat John McCain. Weiter auf meiner Liste waren dann auch die Train-Street und die Street-Art-Gallery. Auch das Mausoleum von Ho Chi Minh und das Museum durften nicht fehlen. Die Überreste eines B52-Bombers in einem Teich wollte ich auch gleich bestaunen. Schliesslich waren da noch Plätze und Denkmäler, die ich beim Vorbeilaufen bewundert habe.</p>



<p>In der Zwischenzeit habe ich neue Passfotos machen lassen und mir neue Kleidung besorgt. Einige meiner T-Shirts sahen nun wirklich langsam ausgebleicht und getragen aus. Weiter habe ich mein Gepäck wieder etwas reduziert. Dabei habe ich meine geliebte Drohne begleitet von anderen Kleinigkeiten mit der vietnamesischen Post in die Schweiz geschickt. Apropos Paket – kleines Update. Mein Bruder hat mir mitgeteilt, dass mein Paket von Thailand tatsächlich den Weg in die Schweiz gefunden hat – nach just zwei Monaten.</p>



<p>In Hanoi war es dann auch wieder an der Zeit mir die Haare
schneiden zu lassen. Haareschneiden ist so eine Geschichte. Zu Hause hat man normalerweise
seinen Coiffeur. Dem vertraut man blind und der Haarschnitt wird meist genauso
wie man ihn eben wünscht. In meinem Fall habe ich ja permanent einen neuen oder
eine neue Künstlerin. Ich zeige denen immer dasselbe Foto von mir mit einem für
mich guten Haarschnitt und erkläre Ihnen meine einfachsten Bedingungen. Obwohl
alle die haargenau – Wortspiel – gleiche Vorgabe haben, habe ich noch nie auch
nur ansatzweise zweimal denselben Haarschnitt bekommen. Dazu muss ich
fairerweise hinzufügen, dass ich niemals einen schlechten Haarschnitt bekommen
habe. Jeder hatte halt seine eigene Interpretation und Vorgehensweise gehabt
und so hat jeder Haarschnitt variiert. Einen unglaublich guten Haarschnitt habe
ich in Kampot, Kambodscha und in Hanoi, Vietnam bekommen. Die restlichen waren
eher von der Sorte «gut-tragbar aber Luft nach oben».</p>



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<h3 class="wp-block-heading">Essen in Hanoi</h3>



<p>In Hanoi genoss ich das gute Essen. Dabei war auch westliche oder indische Küche zur Abwechslung sehr willkommen. Trotzdem, Vietnam ist bekannt für seine gute Küche und so wollte ich meinen Horizont dahingehend etwas erweitern. Die klassischen Touristengerichte wie Bahn Mi oder Pho hatte ich nämlich langsam satt. Von den Hostelangestellten liess ich mir Tipps für gutes Essen geben oder probierte es gleich selbst aus. In den meisten Fällen befindet man sich in einem Restaurant für Einheimische. Diese Juwelen findet man weder auf Tripadvisor noch in einem der bekannten Reiseführer. Es handelt sich um richtig authentische einheimische Küchen. Die Lokals mustern einen kurz beachten einen danach aber kaum noch. Die mutigen fragen höchstens ganz herzlich &#8211; where are you from? Das wars aber oftmals mit den Englischkenntnissen schon. Und mein Vietnamesisch ist ja weiss Gott nicht besser. Es gibt natürlich auch hier die Neugierigen, die es nicht abwarten können über die Essstäbchenkünste eines Touristen zu schmunzeln &#8211; die Geschichte hatten wir bereits in Japan. Aber auch hier lasse ich leider nichts zu lachen übrig. Nachdem ich gemäss den traditionellen Gepflogenheiten mein Gericht mit Chilis und Knoblauchöl gewürzt habe, schweiffen sämtliche neugierigen Blicke dann auch ab &#8211; einer der Bescheid weiss &#8211; denken sie vermutlich.</p>



<p>Meine Highlights waren dabei Sut Vang. Niedergegartes
Riedfleisch, welches in einer Nudelsuppe serviert wird und dabei leicht
nachzieht – Wenn ich schon nur daran denke läuft mir das Wasser im Mund
zusammen. Preis CHF 1,70.</p>



<p>Bun Cha ist grilliertes Schweinefleisch, welches in einem
Fonds serviert wird. Dazu gibt es einen Teller dünne Reisnudeln und Grünzeugs,
dass man im Fonds fertiggart- der Wahnsinn! CHF 1,50.</p>



<p>Bun Bo Nam Bo. Gebratenes Rinderfleisch serviert mit kalten
Reisnudeln und vielen anderen kleineren Zutaten als eine Art warm-kalter Salat.
Preis CHF 2,10.</p>



<p>Abschliessend noch Matcha-Coffe Roti. Ein brotartiges,
fluffiges Süssgebäck mit einer cremigen Füllung nach Wahl. Wuhuu. Davon habe
ich mir bestimmt sechs Stück oder mehr gegönnt während meiner Zeit in Hanoi.
Jedes Mal, wenn ich den Roti-King in der Nähe der Sunglass-Street passierte,
musste ich einen solchen Matcha-Coffe Roti mitnehmen – was sind schon 60
Rappen.</p>



<p>Früchte waren in Hanoi erstaunlich teuer. Ich hatte zwar hier und da eine Fruitlady gesehen, aber die Preise waren horrend. CHF 2.50 für eine Mango war ich schlicht nicht bereit zu bezahlen. Ich habe dann einen kleinen Laden gefunden, welcher geschnittenen Früchte verkauft – CHF 1,50 pro Schüssel. War jetzt nicht der Hit aber alles besser also die Preise auf der Strasse. </p>


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        </div>


<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Die letzten Tage in Hanoi</h3>



<p>Die restliche Zeit verbrachte ich mit lesen, der groben Planung für meinen nächsten Trip nach Laos oder schrieb wie immer brav einen Blog-Eintrag meiner letzten Ereignissen. Dies Tat ich öfters in einem Lokal namens Pateta. Im 2. Stock gab es einen Raum mit Klimaanlage und schnellem WiFi, der kaum genutzt wurde – für mich perfekt zum Fokussieren. Am Abend genoss ich auch diesmal wieder mit den anderen Gästen das offerierte Bier in der Common-Area. Wir erzählten uns die unmöglichsten Geschichten und verrieten die besten Tipps zu den jeweiligen nächsten Destinationen.</p>



<p>Bevor es für mich weiter nach Laos ging, gönnte ich mir nach reifer Überlegung mein erstes und zweites Tattoo. Das Tattoo-Studio und die Künstler waren landesweit oder gar International bekannt, sodass ich für meinen Termin jeweils etwas länger warten musste. Aber Mr. Ti war an der Umsetzung meiner Motive interessiert und so passierte es, dass ich Hanoi mit neuer Tinte unter meiner Haut verliess.</p>



<p>Endlich konnte ich mich auf den Weg nach Laos begeben. Ein
neues Land auf meiner Reise. Von Laos wusste ich so gut wie nichts. Ich genoss
nur die schönen Geschichten der anderen Reisenden und freute ich richtig auf
dieses Land. Der Bus sollte die Strecke von Hanoi, Vietnam nach Luang Prabang,
Laos anscheinend innert 24 Stunden bewältigen. Ich deckte mich also mit Wasser,
Snacks und zwei dunklen Broten von meinem Beck ein, lud mein iPhone und meine
Powerbank 100%ig auf und wartete auf den Roller der mich um punkt 17:00 abholen
würde.</p>



<p>Laos, I think I’m ready for you!</p>


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