Einleitung ins Thema Travelhacks
Ich schreibe diese Tipps aus meiner Sicht – die Sicht eines männlichen Solo-Backpackers. Diese Liste ist weder abschließend noch fehlerfrei. Andere Konstellationen wie weibliche Solo-Backpackerinnen, Paare oder Gruppenreisende haben vielleicht andere Erfahrungen gemacht oder finden meine Tricks überflüssig und übertrieben. Das ist okay. Für Ergänzungen und Feedback bin ich dankbar.
„Hätte ich diese Tipps bloß am Anfang meiner Reise gehabt…“ – das war der Anstoß, diesen Beitrag zu schreiben. Ich bin seit einigen Jahren an den unterschiedlichsten Orten dieser Welt unterwegs und habe viel Reiseerfahrung gesammelt. Hier teile ich gerne meine sogenannten Travelhacks – Tipps und Tricks, wie du möglichst ohne Zwischenfälle reist. Außerdem findest du hier einige Tipps zur bestmöglichen Vorbereitung.
Es kann gut sein, dass du den einen oder anderen Rat bereits irgendwo gelesen oder gehört hast. Ich beanspruche deren Ursprung nicht für mich. Während meiner Reisen habe ich aus unzähligen Situationen gelernt. Zudem habe ich ständig von anderen Reisenden und deren Geschichten gehört und mir Notizen gemacht. Heraus kam diese Liste von praktischen Tipps.
Neben den vier Hauptkategorien (Reisen, Essen, Übernachten, Aktivitäten) habe ich noch Tipps zum Zahlen, zur Ausrüstung & Dokumenten sowie zu Straßen-Skills, Scams und Allgemeinem. Diese habe ich bestmöglich nach Relevanz sortiert.
Vorwort
Grundsätzlich gilt es während deiner Reise, die Risiken zu minimieren und dumme Fehler zu vermeiden. Manchmal geht etwas schief, selbst wenn du alles richtig gemacht hast. Es sollte in deinem Interesse liegen, unnötige Fehler zu vermeiden, die deine Reise erschweren oder gar beenden könnten.
Sei dir bewusst: Reisepass, Smartphone und Debit-/Kreditkarte sind die wichtigsten Reiseutensilien und am schwierigsten zu ersetzen. Widme ihnen die größte Aufmerksamkeit während deiner Reise.
Viele der Tipps mögen übertrieben und umständlich erscheinen und nach viel Aufwand klingen. Doch alles ist eine Gewöhnungssache. Bediene dich einfach an den Tipps, die für dich am besten funktionieren. Wiege dabei ab, ob der Vorsorgeaufwand größer ist als der Aufwand für das mögliche Ersetzen der Güter. Je schwieriger es ist, einen Gegenstand zu ersetzen, desto höher sollte der Aufwand sein, diesen zu schützen.
Oft geht es bei den Tipps darum, kleine Beträge einzusparen. Doch genau das summiert sich bei einer Langzeitreise enorm. Manchmal musst du auch deine Zeit opfern, um Geld zu sparen. Da überlasse ich es dir, was dir mehr wert ist.
Einstimmung
Sei dir bewusst, dass du bei vielen Gütern, Verkehrsmitteln und Attraktionen als Tourist einfach mehr bezahlst. Das erkennst du daran, dass unterschiedliche Preise klar angegeben werden oder du überhaupt keine Preise findest und der Verkäufer situativ und je nach Kunde entscheidet. Da kommst du fast nicht drumherum. Betrachte es daher von folgender Perspektive: Du zahlst den normalen Preis, und die Einheimischen bekommen einen Preisnachlass – quasi einen Einheimischen-Rabatt. Diese Ansicht half mir, das Ungleichgewicht besser zu verdauen.
Sei dir außerdem bewusst und bereite dich darauf vor, dass du täglich angelogen wirst. Besonders im Zusammenhang mit Verbindungen im öffentlichen Verkehr. Sehr oft wird dir von Taxifahrern gesagt, dein Bus fährt heute nicht oder du hast den letzten Bus verpasst, und sie würden dich freundlicherweise für einen Spitzenpreis an deinen Ort fahren. Es gibt noch andere solche Situationen, auf die ich weiter unten eingehen werde. Ich kann dir nur ans Herz legen, besonders deine sonst schon anstrengenden Reisetage bestmöglich zu planen. Informiere dich zudem im Internet und auf Reiseblogs über die Reiserouten oder frag direkt in deinem Hostel nach.
Das hier und auch weiter unten klingt zum Teil zynisch und schwarzseherisch, entspricht aber leider zu oft meinen Beobachtungen und Erfahrungen. Man kann hier niemandem böse sein – jeder versucht doch irgendwie, über die Runden zu kommen, oft mit den Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen. Dies gilt besonders für schlechter gestellte Menschen in weniger entwickelten Ländern. Man darf sich aber als Tourist auch bestmöglich darauf vorbereiten und angemessen dagegen wehren.
Ah, noch etwas: Wirst du mit einer Waffe bedroht, dann gib ihnen, was sie verlangen. Hier sollst du nicht den Helden spielen.
Ausrüstung & Dokumente
Reisepassnummer auswendig lernen: Du wirst viele Formulare ausfüllen müssen, in denen die Reisepassnummer samt Ausstellungs- und Ablaufdatum gefragt wird. Lerne diese Daten auswendig, um dir unnötigen Aufwand zu ersparen.
Aufbewahrungsort deines Reisepasses: Bewahre deinen Reisepass immer am sicherst möglichen Ort auf. Das ist meistens dein Schließfach oder wenn du reist, so nah wie möglich am Körper, etwa in einer Reise-Bauchtasche unter dem T-Shirt. Trage ihn nicht auf der Straße oder in Bars mit, außer wenn zwingend erforderlich. Nimm stattdessen deine Ausweiskarte (ID) mit. Meist reicht eine Kopie oder ein Foto deines Reisepasses für beispielsweise Nationalparkbesuche aus.
Backup-Smartphone: Nimm dein altes, funktionstüchtiges Smartphone mit und lade darauf die Offlinekarten von Maps.Me, Organic Maps oder Google Maps sowie die Uber App herunter. Halte auch Fotos deines Reisepasses und deiner Kreditkarte bereit. Das Backup-Smartphone kannst du in verschiedenen Situationen nutzen, beispielsweise beim Besuchen von Unsicheren Quartieren oder wenn du feiern gehst. Weiter wenn dein Bus überfallen wird und sie dein Smartphone wollen, kannst du zum Ersatz-Smartphone greifen und übergeben (Dies erfordert eine gewisse Vorbereitung wie beispielsweise das Ersatzgerät griffbereit zu haben und das andere versteckt zu halten). Auch dient es als Überbrückung, wenn dein Haupt-Smartphone kaputt geht.
Kleine flexible verschließbare Stahlringe: Kleine, flexible verschließbare Stahlringe können hilfreich sein. Diese kleinen Schließer, auch bekannt als "Checklist-Ringe", ermöglichen es dir, Reißverschlüsse miteinander zu verbinden und so den Zugriff in deine Rucksacktaschen zu erschweren. Sie sind weniger auffällig als Schlösser und ziehen daher weniger Aufmerksamkeit auf sich. Der Zweck ist es, einen schnellen und einfachen Zugriff in deine Rucksacktaschen zu verhindern, da ein Taschendieb eher eine Tasche ohne "Schloss" wählen würde, die leichter zugänglich ist.
Powerbank: Eine Powerbank gehört heute zur Standardausrüstung. Lade sie mit einem Ladegerät auf, das mindestens einen "2A Output Strom" liefern kann, um sicherzustellen, dass die Powerbank vollständig aufgeladen wird. Viele Smartphone-Ladegeräte liefern nur "1A" und sind daher nicht geeignet, um eine Powerbank aufzuladen. Achte auf die Spezifikationen, die sowohl auf dem Ladegerät als auch auf der Powerbank angegeben sind.
Kaufe eine lokale SIM-Karte. Informiere dich vorab online über Anbieter mit der besten Abdeckung und entscheide dich bereits für ein Datenpaket, um zu vermeiden, dass dir vor Ort ein überteuertes "Touristenpaket" aufgedrängt wird. Eine lokale SIM-Karte ist besonders nützlich für verschiedene Zwecke, wie das Nutzen von Uber, das Kontaktieren deines Hostels im Falle von Problemen bei der Anreise, das Orten deines Rucksacks mit einem AirTag für iPhone-Nutzer, die Möglichkeit zur Kommunikation mit anderen Reisenden über WhatsApp, das spontane Buchen einer Unterkunft von unterwegs und die Nutzung von Google Maps, falls du keine Offlinekarten zur Hand hast.
Schweizer SIM-Karte: Wenn du eine Schweizer SIM-Karte auf Reisen benutzt, behalte dein Abo und/oder deine Schweizer Mobilnummer bei und migriere sie auf ein 0.- Abo, idealerweise als eSIM. So kannst du auch während der Reise noch SMS empfangen, sobald die Schweizer (e)SIM eingelegt oder aktiviert ist, was besonders bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung oft erforderlich ist. Ergänzend dazu empfiehlt es sich, eine landesspezifische SIM-Karte zu nutzen, um weiterhin mit Freunden und Familie über WhatsApp kommunizieren zu können, auch ohne aktives Mobile-Abo deiner Schweizer Nummer.
Aktiviere die Ortungsfunktion deines iPhones: Die App heist "Wo ist?" auf Deusch. Damit du eine Chance hast, dein verlegtes oder verlorenes iPhone zu orten. Platziere auch Apple AirTags in deinen Rucksäcken, um sie im Notfall orten zu können, ideal bei Flügen oder wenn dein Gepäck gestohlen wird. Vergib dann einem Familienmitglied oder Freund Zugriffsrechte auf den AirTag, um auf Nummer sicher zu gehen.
Gebühren an Geldautomaten / ATM Fee: Informiere dich vor deiner Reise in ein neues Land darüber, welche Geldautomaten keine oder die geringsten Gebühren verlangen, und markiere diese in deiner Maps-App. Vermeide es, Geld am Flughafen abzuheben oder dort zu tauschen, es sei denn, du kannst anders nicht weiterreisen. In diesem Fall beschränke den Betrag, den du am Flughafen abhebst, zumindest auf das Notwendigste.
Hostel und Schliessfächer: Wenn dein Hostel nur Schließfächer mit eigenen Schlössern anbietet, frage nach, ob du dein eigenes Schloss anbringen kannst, oder bringe einfach eins an. Kaufe Hosen mit verschließbaren Hosentaschen, um die Sicherheit deiner Wertgegenstände zu erhöhen.
Maps: Lade die Maps vor deiner Reise in einem WLAN herunter, um Daten zu sparen. Neben Google Maps bieten auch Organic Maps oder Maps.Me Offlinekarten an.
Kreditkarten: Was die Kreditkarten betrifft, empfehle ich neben einer Reise-Hauptkarte, bei mir ist das die DKB Debit-Kreditkarte, mindestens eine Mastercard und eine Visa Kreditkarte mitzunehmen. Autovermieter akzeptieren oft nur Kreditkarten und nicht Debitkarten.
Reisepass-Kopien: Mache eine physische Kopie deines Reisepasses und bewahre sie in jedem deiner Rucksäcke auf, am besten in einem Ziplock-Beutel. Speichere auch eine elektronische Version deiner Reisekrankenversicherungspolice auf deinem Smartphone und bewahre zusätzlich ausgedruckte Versionen zusammen mit den Kopien deines Reisepasses auf.
Ladekabel: Denke auch an ausreichend kurze und lange Ladekabel. Die gängigen Ladekabel haben oft eine suboptimale Länge. Daher empfiehlt es sich, zwei zusätzliche Kabel zu besorgen. Ich persönlich nutze ein extrakurzes, ca. 20 cm langes Kabel unterwegs, um mein Smartphone mit der Powerbank zu laden, sowie ein längeres Kabel mit einer Länge von ca. 2,5 bis 3 Metern. Dieses ist besonders praktisch für Laptops, aber auch für Smartphones, wenn sich die Steckdose nicht in unmittelbarer Nähe befindet - und das kommt wirklich oft vor.
Das Vier-Taschen-Prinzip: Diese Prinzip hat sich in meiner Erfahrung als praktisch erwiesen. Ein großer Rucksack für Kleidung, ein kleiner Rucksack für Wertsachen, ein zusammenfaltbarer Tagesrucksack (10 Liter) und ein kleiner wasserfester Beutel (2 Liter). Der große Rucksack enthält alle unwichtigen Reiseutensilien, während der kleine Rucksack deine Wertsachen enthält und fast in jedes Schließfach passt. Der Tagesrucksack (10lt) eignet sich ideal für den Alltag, ohne dass der kleine Rucksack ausgemistet werden muss. Zudem lässt er sich nach dem Gebrauch handlich zusammenfalten. Der Wasserbeutel fasst bewusst nur 2 Liter, da ich in Wassernähe meistens nur mein Smartphone und gegebenenfalls meinen Zimmerschlüssel oder etwas Geld dabeihaben möchte. Andere Gegenstände, die nicht nass werden sollen, nehme ich in der Regel nicht mit ins Wasser.
Zwei Tücher: Bei deiner Reise solltest du zwei Tücher dabeihaben. Ich empfehle ein größeres Microfasertuch für den Strand und ein kleineres Microfaser- oder Baumwollhandtuch zum Duschen.
Verfügbarkeit von Pflegeprodukten und Medikamenten: Ibuprofen, Paracetamol, Zahnpasta, Shampoo, Ladekabel, Sonnencreme und elektrolythaltige Getränke sind in praktisch allen Ländern erhältlich. Lediglich die Preise können je nach Land variieren. Nimm trotzdem nur das nötigste mit.
Reise und Fortbewegung
Visa: In einigen Ländern musst du deine Ausreise belegen können, sei es durch einen Flug, Bus oder Boot. Falls danach gefragt wird, empfehle ich dir, immer einen Flug zu buchen, der eine kostenlose Stornierung innerhalb von 24 Stunden ermöglicht. Den genauen Ablauf findest du hier:
https://www.visatraveler.com/blog/book-flight-tickets-with-24-hour-free-cancellation-on-expedia/
So packst du für die Reisetage: Reisetage sind die riskantesten Tage. Du hast alle deine Wertsachen bei dir und bist daher ein offensichtliches und leichtes Ziel. Eine Bauchtasche ist sehr empfehlenswert. Wahrscheinlich reist du mit zwei Rucksäcken: einem großen für Kleidung und einem kleinen Tagesrucksack. Mein Vorschlag: Halte deine Wertsachen im Tagesrucksack und alles andere im großen Rucksack. Den großen musst du bei Busfahrten oder auf dem Boot oder Flugzeug meistens abgeben. Im großen Rucksack sollten sich ein Ausweisdokument, eine Kreditkarte und möglicherweise 50 USD als zweite Bargeldreserve befinden. Den kleinen trägst du dann auf dir und schützt ihn. Lege ihn im Bus nicht oben auf die Ablage oder auf einen freien Stuhl neben oder hinter dir. Ich empfehle, ihn zwischen deine Beine zu nehmen oder vorne am Bauch zu tragen. Falls du schlafen möchtest und niemandem im Bus traust, kannst du ihn vorne am Bauch tragen und zusätzlich einen Pulli oder eine Jacke über den Rucksack packen. In den leicht zugänglichen Taschen sollten keine wertvollen Gegenstände sein, und wie schon erwähnt, sollte der Reisepass unsichtbar auf deinem Körper getragen werden. Schließe die Reißverschlüsse mit „Checklist-Ringen“.
Ersatz-Smartphone im Bus: Halte dein Ersatz-Smartphone im Bus zugänglich und griffbereit. Falls der Bus überfallen wird, gib einfach dein Ersatztelefon her, während du dein Haupttelefon gut versteckt hältst.
Flugbuchung mit Handgepäck zwischen 11-20kg Gesamtgewicht: Ein Standardflug ohne aufgegebenes Gepäck erlaubt einem Reisenden, einen Rucksack/Koffer mit den gängigen Maximalmaßen von ca. 50x40x25 cm und eine kleine Tasche/Rucksack, die unter den Sitz passen muss, mitzuführen. Das Maximalgewicht beträgt dabei 7-10 kg - zusammen! Bei all meinen vergangenen drei Flügen wurden Stichproben des Handgepäckgewichts gemacht. Dabei wurde eine mobile Waage ans Gate gerollt, wo das Wiegen stattfand. Bei über 7 kg bzw. 10 kg musste man einen Pauschalbetrag für Übergewicht bezahlen. Daher mein Tipp: Wenn du einen Flug buchst, versuche nicht die Option zu wählen, bei der ein 23 kg Aufgabegepäck inkludiert ist. Wähle stattdessen die Option „nur Handgepäck“ oder „zusätzliches Handgepäck“ und buche während des Buchungsprozesses zusätzliches Gewicht dazu. Oft sind das 8-12 kg, was für ein Handgepäck gilt. Das andere Gepäckstück darf dann immer noch 7-10 kg wiegen. Zusammen kommst du so je nach Optionen auf ein Gesamtgewicht zwischen 15-20 kg und fliegst merklich günstiger als mit aufgegebenem Gepäck.
Roller- oder Automiete: Versuche, deine Schweizer SBB-Bahnkarte als ID abzugeben, falls dies erforderlich ist. Wenn der Pass verlangt wird, kannst du sagen, dass dein Hostel diesen als Depot aufbewahrt. Niemals den Pass abgeben. Üblicherweise wird dir sowieso eine Gebühr auf deiner Kreditkarte reserviert und nach der Rückgabe wieder freigegeben. Wichtig: Kreditkarten, Debit-Kreditkarten werden praktisch nie akzeptiert.
Internationaler Führerausweis: Selbst für die Rollermiete brauchst du, besonders in Asien, einen internationalen Führerschein mit Zulassung für Roller oder Motorräder (A, A1). Wenn du keine gültigen Papiere hast, kommst du oft mit einem (saftigen) Bußgeld davon. Trage zudem bitte den Helm, um weitere Bußgelder zu vermeiden.
Führerausweiskontrolle: Gib niemals deinen Reisepass bei der Führerausweiskontrolle dem Polizisten mit. Deine ID oder deine SBB-Karte kannst du gerne mitgeben, aber niemals den Pass. Leider ist es eine übliche Masche der unterbezahlten Polizisten, ein Lösegeld für die Rückgabe deines Passes zu verlangen.
Schmiergeld: Es kann vorkommen, dass du, trotz absolut korrektem Verhalten und einwandfreiem Fahrzeug, eine Abgabe (Schmiergeld) zahlen musst. Diese ist oft nicht sehr hoch. Ich empfehle dir, diese zu zahlen und weiterzureisen. Ich habe Geschichten gehört, bei denen die Reisenden sich geweigert haben, woraufhin die Polizisten einfach einen Blinker oder den Rückspiegel abgeschlagen haben. Dann haben sie einen Grund, dir die Busse auszustellen, und du musst zusätzlich für die Reparatur aufkommen.
Mach von ChatGPT und Copilot Gebrauch: Besonders bei Routenplanungen und Busverbindungen. Das gewonnene Wissen dann nochmals mit den Quellen der Reiseblogs quervergleichen.
Lonely Planet und Co. sind Fluch und Segen: Sie sind okay, um deine grobe Route zu planen. Aber buche nicht die Unterkünfte, die dort beschrieben sind, oder die Restaurants, die empfohlen werden.
Offline Map nie an einer Kreuzung verwenden: Es ist ratsam, die Offline-Karte nie an einer Kreuzung zu konsultieren. Einerseits besteht dort ein höheres Risiko, dass sie dir entwendet wird. Andererseits könntest du, wie mir oft passiert ist, deinen Standort falsch interpretieren und in die falsche Straße einbiegen. Auf einem geraden Strassenabschnitt ist die Chance, dich zu verlaufen oder ausgeraubt zu werden, geringer. Ausserdem behältst du so einen besseren Überblick über dein Umfeld.
Orientierung in der Stadt: Die Straßennamen sind oft an den Gebäudeecken auf ca. 3m Höhe angeschrieben.
Sonnenbrand auf Busfahrten vermeiden: Schau vorher auf der Karte nach, in welche Richtung der Bus fährt, und setze dich möglichst auf die Schattenseite, um Sonnenbrand zu vermeiden.
Praktische Orientierungshilfe: Die Karte auf deinem Smartphone ist in der Regel nach Norden ausgerichtet (der rote Teil der Kompassnadel zeigt nach oben). In diesem Fall geht die Sonne auf der Karte im Osten (rechts) auf und im Westen (links) unter, und um die Mittagszeit befindet sie sich über dir.
Essen und Trinken
Einkaufen: Wenn du in einem Hostel eingecheckt hast, das eine Gemeinschaftsküche anbietet, sieh dir die "Gratis/Free/Shared"-Fächer an, um zu sehen, was vorhanden ist. Oft bieten Hostels auch Öl, Salz, Pfeffer, Zucker oder sogar Kaffee an. Nutze diese Ressourcen. Es mag etwas egoistisch erscheinen, aber wenn du im "Gratis-Fach" etwas findest, das du in den nächsten Tagen brauchen wirst, lege es ruhig zu deinem eigenen Zeug. Ich mache das gerne mit Limetten, portioniertem Instantkaffee oder ungeöffneten Haferflocken.
Reisebesteck: Ein Göffel kann eine echte Bereicherung sein. Manche Leute reisen sogar mit einem zusammenfaltbaren Töpper, um Mahlzeiten für einen langen Reisetag mitzunehmen.
Frühstück unter Zeitdruck: Vermische Haferflocken mit Instantkaffee und übergieße sie mit kochendem Wasser. Natürlich kannst du auch Milch verwenden. Wenn du dafür keine Zeit hast, ist eine Banane oder ein Apfel mit Erdnussbutter eine gute Option. Erdnussbutter, Banane oder Apfel können auch mit den Haferflocken kombiniert werden. Das liefert genug Energie für einige Stunden.
Streetfood vs. Restaurant – Trinkgeld: In Restaurants wird oft Trinkgeld erwartet, während das bei Streetfood kaum der Fall ist.
Streetfood vs. Restaurant – Musiker: Wenn ein Musiker in einem Restaurant auftritt, während du dort sitzt, wird er um Geld bitten. Bei einem Streetfood-Stand kannst du einfach weggehen.
Streetfood vs. Restaurant – Wartezeit: Bei Streetfood ist die Wartezeit oft durch die vorhandene Schlange erkennbar, und das Essen kommt zügig, was in Restaurants oft ungewiss ist.
Restaurant-"Vorschläge": Nach dem Check-In im Hostel werden oft direkt Restaurants oder Attraktionen als Tipp auf einer Mappe gezeigt. Diese Restaurants zielen auf Touristen ab und sind oft teurer und wenig authentisch. Ich frage daher immer gleich, wo die Mitarbeiter selbst oder Einheimische allgemein essen gehen, wo die günstigen Restaurants oder die besten Streetfood-Stände stehen, und nicht die Restaurantketten oder teuren Touri-Buden.
Streetfood vs. Restaurant – Zutaten und Zubereitung: Beim Streetfood sind Zutaten, Zubereitung und Utensilien ersichtlich, was in einem Restaurant meist nicht der Fall ist.
Kaffee: Bestellt anstatt eines Cappuccinos einen schwarzen Kaffee mit einem Schuss Milch. Das kostet oft bedeutend weniger im Vergleich zu einem Cappuccino, und der Schaum ist nun wirklich egal. Wenn ihr den Kaffee im Hostel selbst zubereitet, könnt ihr den Milchschaum durch das Schütteln des Tetrapacks erzeugen.
Besserer Preis auf dem Gemüsemarkt: Ein Trick, wie du auf dem Gemüsemarkt den gleichen Preis wie ein Einheimischer bekommen könntest: Stelle dich bei deinem Gemüsehändler hinter einen Einheimischen, der gerade eine Mango kauft, und frage den Kunden, vor der Verkäuferin, wie viel er für die Mango bezahlt hat. Falls er dir dann den ehrlichen Preis sagt, wird es für den Verkäufer eher unangenehm sein, einen höheren Preis zu verlangen. Das funktioniert auch gut bei Essensständen, bei denen der Preis nicht angeschrieben ist.
Portionen: Dies stimmt nicht immer, aber wenn ihr bei Streetfood zwei Portionen von etwas wollt, bestellt diese separat oder gleich 2 unterschiedliche Gerichte. Die separaten Portionen sind tendenziell größer, als wenn beide Bestellungen in einem Prozess zubereitet werden. Wenn ihr hingegen einfach eine etwas größere Portion wollt, fragt, wie viel extra ihr für ein bisschen mehr z.B. Reis bezahlen müsstet oder für eine extra Portion von was auch immer. Im besten Fall bekommt ihr es geschenkt, aber vermutlich zahlt ihr einen vergleichsweise kleinen Betrag für die Menge, die ihr dazubekommt. Dies gilt hauptsächlich bei einfachen Straßengerichten.
Notration: Ich führe praktisch immer eine kleine Dose (ca. 200g) Erdnussbutter sowie eine kleine Dose Instantkaffee mit mir. Kaffee ist für Hostels, die keinen Kaffee anbieten, oder wenn ich am Morgen einfach meinen Kaffee brauche. Und die Erdnussbutter ist gut für unterwegs. Man kann sie gut mit einer Banane kombinieren, und Bananen bekommt man praktisch überall. Auch Haferflocken oder Wraps sind gutes Notfallfutter, da sie sich beliebig kombinieren lassen – die Not macht erfinderisch.
Übernachtungen / Ho(s)tels
Bettwanzen: Schaut nach Bettwanzen. Dabei spielt die Qualität der Herberge keine Rolle. Die kleinen roten Bettwanzen befinden sich meistens im Falz in den Matratzenecken und sind etwas kleiner als eine Linse und etwas größer als ein Sesamkorn. Idealerweise kontrollierst du alle vier Ecken der Matratze, schaut aber mindestens bei zwei Ecken nach. Wenn du über eine Plattform buchst, lies auch die aktuellen Kommentare, ob irgendwo Bettwanzen erwähnt sind.
Rucksack nie aufs Bett legen: So wandern die Bettwanzen mit einem weiter.
Im neuen Hostel einrichten: Nach dem Einchecken und am besten, wenn es noch hell ist oder das Licht im Zimmer noch angeschaltet werden darf, prüfe deinen Schlafplatz und die Schließfächer auf Funktionalität und schau grundsätzlich, wo was ist.
Oben im Kajütenbett / Top bunk: Im oberen Bett fehlt oft die Ablagefläche. Ich empfehle dir eine kleine Tasche oder einen kleinen Rucksack zu packen, in dem du Wasserflasche, Smartphone, Powerbank, eReader, Oropax und was du zum Schlafen brauchst, verstauen kannst. Die Tasche kannst du dann entweder an der Ecke des Bettes ablegen oder mittels Karabiner irgendwo am Bett aufhängen.
Hände trocknen: Falls vorhanden, nimm das Papier zum Händetrocknen mit noch trockenen Händen heraus, bevor du dir die Hände wäschst.
Bester Preis: Wenn ihr über Buchungsplattformen wie Booking.com oder Hostelworld bucht, zahlen die Hostels meist eine Gebühr. Stattdessen könnt ihr auf der Hostel-Webseite (falls vorhanden) nachschauen oder das Hostel direkt anschreiben und fragen, ob ihr einen besseren Preis bekommt als via Booking.com. Falls nicht, bucht zur Sicherheit über die Plattform, so habt ihr auch eine unmissverständliche Buchungsbestätigung und sammelt möglicherweise auch Treuepunkte.
Pack am Abend vor der Abreise: Eure Zimmergenossen werden euch dankbar sein und ihr verringert das Risiko, etwas in der Eile des Morgens zu vergessen.
Die Wahl des Bettes: Falls du wählen kannst, nimm nicht das Bett neben oder unter der Klimaanlage oder direkt beim Eingang.
Ladekabel und Ladegeräte: Falls ihr euer Ladekabel oder Ladegerät für das Smartphone verlegt habt, fragt einfach an der Rezeption, ob sie "ein weißes Ladegerät" gefunden hätten. Oft haben sie eine Kiste mit den Netzadaptern, die Reisende vergessen haben.
E-Mail / Spam: Kreiert für die Reise eine separate E-Mail-Adresse. Diese könnt ihr dann für Ticketkäufe, den Kauf von SIM-Karten, den Abschluss neuer Daten-Abos oder auch Hostelbuchungen angeben, was euch den Ärger der Spammails ersparen wird.
Hygiene: Sollte selbstverständlich sein, aber duscht mit Flipflops.
Küchenhygiene: Wäscht euer Geschirr im Hostel vor und nach dem Gebrauch ab.
Aktivitäten
Free-Walking-Tours sind nie "free": Am Ende jeder Walkingtour wird immer, ausnahmslos ein Trinkgeld eingefordert. Der angegebene Richtwert in Lateinamerika war USD 10$ pro Person. Sei dabei nicht einer dieser Touristen, der 2 Minuten vor Beendigung des Rundgangs sich verzieht und sich so die Tour kostenlos erschleicht.
Gute Ausrede: Wenn du etwas nicht machen willst, z.B. gezwungenes Trinken oder andere Unannehmlichkeiten, dann sag: "Das verstößt gegen meine Prinzipien." Wenn du eine Gastfamilie oder ein indigenes Volk besuchst, das gewisse Rituale pflegt, die dir nicht behagen und du gefragt wirst mitzumachen und du wirklich nicht kannst oder willst, nutze das Folgende: "Das verstößt gegen meine Kultur." Konservative Gemeinschaften respektieren Kulturen und werden dich danach kaum dazu zwingen.
Schließe den Mund: Wenn du in einem Nationalpark unterwegs bist und hoch in die Bäume schaust, schließe dabei den Mund. Du weißt nicht, was von oben runterfallen kann.
Leg dich nicht unter Palmen: Wenn am Strand, lege dich niemals direkt unter eine Palme, besonders nicht, wenn sie Kokosnüsse trägt. Eine fallende Kokosnuss kann dich erschlagen.
Erwartungshaltung anpassen: Versucht eure Erwartungen tief zu halten. Nehmt die Fotos aus den Reiseblogs und Instagram nicht als Maßstab, sonst könntet ihr enttäuscht werden. Versucht generell nicht zu viele Fotos von den geplanten Highlights und Viewpoints anzuschauen. Lasst euch (hoffentlich positiv) überraschen.
Medikamente: Wenn du ein Arzneimittel suchst, lasse dich nicht im Ausland beraten. Fall nötig, informiere dich in der Schweiz und kaufe dann explizit das Medikament mit jenem Wirkstoff. Bei mir waren es beispielsweise Tabletten gegen See- und Reiseübelkeit, welche keinen Einfluss auf meine Tauchgänge hatten.
Öffnungszeiten: Wenn Ihr eine Attraktion oder einen Ausflug an einem bestimmten Tag bucht, überprüft nochmals die Öffnungszeiten und mögliche Feiertage.
Zahlen und Geld
Große Noten schnell runterbrechen: Ich kann das nicht oft genug sagen. Versucht schnellstmöglich eure großen Noten, die der Automat nun mal ausspuckt, runterzubrechen. Macht daraus eine Challenge. Hortet dann die kleinen Noten und geht sparsam mit denen um. Runterbrechen geht am besten in größeren Supermärkten, in Hostels oder Apotheken. Wenn ihr fragt, ob ihr mit eurer großen Note zahlen könnt, zeigt ihnen die Note, erhöht ihr auch die Chancen, diese loszuwerden. Versucht das aber nicht bei kleinen Streetfood-Ständen oder auf dem Früchte- und Gemüsemarkt. Dort ist es praktisch unmöglich, schon fast unhöflich.
Kreditkartennummer auswendig lernen: Spricht für sich.
Kleingeld: Mach es dir zur Gewohnheit, Kleingeld, also kleine Noten und gängiges Münzgeld, stets parat zu haben. Bäckereien, Guides, Taxis und alle Arten von Verkäufern haben "nie" Wechselgeld, so behaupten sie. Wenn das geschuldete Wechselgeld nur ein kleiner Betrag ist, verschenkt man dies als Tourist oft, also rundet auf. Schnelles erschlichenes Geld für den Verkäufer. Wenn man schlicht kein Wechselgeld auf sich führt, dann vor dem Kauf fragen, ob man mit der Note, die du ihr / ihm dann zeigst, zahlen kannst und ob er darauf Wechselgeld geben kann.
Beträge an den Geldautomaten: Wählt stets ungerade Beträge zur Auszahlung. Beispielsweise 5950 Pesos anstatt 6000. Damit bekommt ihr schon mal nicht nur große Noten, sondern einige kleinere. Es kann sein, dass der Automat nur gewisse Noten führt, dann versucht trotzdem die größtmögliche ungerade Zahl zu wählen.
Gebühren Geldautomaten / ATM Fee: Wie schon erwähnt, mach deine Hausaufgaben und informiere dich im Internet, welche die Geldautomaten sind, ohne Gebühren oder mit den niedrigsten Gebühren. Die Bezugslimite kann dabei auch von Interesse sein, wenn du für einen leicht höheren Betrag das x-Fache abheben kannst und es somit unter dem Strich günstiger kommt als mehrmals die kleinere Gebühr zu zahlen.
Kartenzahlung im Ausland: Wenn ihr im Ausland mit der Karte bezahlt und das Terminal oder der Verkäufer fragen, in welcher Währung du bezahlen willst, bezahle immer mit der dortigen Landeswährung (Pesos, Baht, Dollar etc.), nicht in der Kartenwährung (Euro/CHF). Der Wechselkurs eurer Bank ist bedeutend besser und es kostet euch weniger.
Wechselkurs: Merke dir den Wechselkurs, entweder im Kopf oder nutze eine App. Es geht nicht um die dritte Nachkommastelle, sondern eher darum, dass du nicht über den Tisch gezogen wirst, wenn du mal in der Situation bist, dass du mit Fremdwährung bezahlen musst.
Der Kunde zahlt die Kartengebühren: Es ist üblich, dass besonders in Mittel- und Südamerika der Kunde die Kartengebühren zahlt und ein stolzer Premiumbetrag obendrauf kommt. Heißt, 3-7%, manchmal bis zu 15% werden dir dazu belastet. In diesen Fällen ist wieder Bargeld Trumpf. Es gibt Situationen, wo die zu bezahlenden Kartengebühren günstiger sind als die Gebühr für die Bargeldabhebung, dann macht die Kartenzahlung durchaus Sinn.
Große Supermärkte belasten keine Kartengebühren: Im Vergleich zu Hostels und Cafés belasten große Supermarktketten dir eigentlich nie die Kartengebühren weiter.
Sortiere deine Noten: In den meisten Ländern wird mit Scheinen oder einer Mischung aus Scheinen und Münzen bezahlt. Sortiere deine Noten nach Wert. Die kleinste Note sollte dabei immer außen sein, damit es nicht den Anschein macht, dass du einen Stapel großer Noten hast. Auch hier, kein Aufsehen erregen.
Tracke deine Ausgaben: Ich kann dir nicht genug sagen, wie sehr es hilft, wenn du weißt, wie viel du auf deiner Reise wofür ausgegeben hast. Bewusstsein schaffen ist auch hier das Zauberwort. Dafür gibt es Apps. Du musst nur dafür sorgen, dass daraus eine Routine wird.
Geldwechsel: An den gängigsten Grenzübergängen, wenn du zu Fuß die Grenze überquerst, findest du Händler, die dir für einen relativ fairen Kurs dein übriges Geld wechseln. Wenn du Zeit hast, frage mehr als nur einen Händler oder verhandle den Kurs. Diese sind meistens gnädiger als am Flughafen. Auch kannst du mit anderen Backpackern handeln. Frag dich in deinem Hostel herum, ob noch jemand die Währung hält, die du suchst. Als Umrechnungskurs kannst du Google fragen oder den aktuellen Wechselkurs einer App nachschauen. Viel fairer geht es kaum.
Preisverhandlung Taxi & TukTuk: Macht den Preis mit dem Tuk-Tuk- oder Taxifahrer vor der Fahrt aus. Fragt dabei explizit, ob er auf eure Note, zeigt ihm die Note, wechseln kann (sofern ihr den Betrag nicht genau habt). Nochmals, Verkäufer auf den Straßen haben komischerweise "nie" Wechselgeld außer ihr fragt explizit vor der Kaufabwicklung.
Zustand der Noten: Es gibt Länder, die angerissene, zerknitterte oder schmutzige Noten nicht annehmen. Versucht diese schnellstmöglich loszuwerden und behaltet die schönen Noten. Im Gegenzug solltet ihr eure Noten nach Erhalt überprüfen und zusammengeklebte und verbrauchte Noten nicht annehmen, sondern nach einer anderen Note fragen. Dies gilt besonders in Ländern, die den US-Dollar als Währung haben wie Kambodscha und Panama. Auch das Alter der Note kann eine Rolle spielen. In Kambodscha kannst du mit Noten, die älter als 1997 sind, kaum noch bezahlen.
Strassenskills, Scams und Allgemeines
Befreiung aus unangenehmen Situationen: In einer Situation, in der du von jemandem angesprochen wirst, der Geld von dir will oder auf andere Weise unangenehm ist, kannst du überraschenderweise mit einigen Zeichen der Gebärdensprache reagieren. Dieses unerwartete Verhalten wird normalerweise dazu führen, dass du in Ruhe gelassen wirst. Selbst wenn die Person Gebärdensprache beherrscht, wird sie höchstwahrscheinlich nicht dieselbe Sprache wie du verwenden. Lerne daher einige einfache Zeichen, damit deine Reaktion realistisch wirkt, und reagiere nicht auf Nachrufe, da du ja nichts hörst.
Südafrika-Notlüge: In unangenehmen Situationen, in denen du nach deiner Herkunft gefragt wirst und das Gefühl hast, dass die Person darauf abzielt, deine finanzielle Situation zu erfahren, kannst du eine alternative Herkunft angeben. Eine Option ist es, zu sagen, dass du aus Südafrika kommst. Das Überraschungsmoment wird auf deiner Seite sein, da Südafrikaner nicht automatisch mit Wohlstand assoziiert werden. Weiße Südafrikaner sehen Europäern oft ähnlich, und die Sprache Afrikaans, eine Abwandlung des Holländischen, kann für Nicht-Europäer schwer von Schweizerdeutsch zu unterscheiden sein. Beachte jedoch, dass dies nur für Notsituationen gedacht ist und nicht missbraucht werden sollte.
Laufe nichts am Flughafen: Vermeide es, SIM-Karten und Essen am Flughafen zu kaufen. Kaufe möglichst auch keine Währung an den Wechselstuben des Flughafens.
Vermeide alleiniges Zurückgehen in Unterkünfte unter Alkohol- oder Drogeneinfluss im Dunkeln: Zwischenfälle und Überfälle passieren oft während des Feierns unter Alkoholeinfluss oder im Dunkeln alleiniges Zurückgehen in die Unterkunft. Sei vorsichtig und suche nach alternativen sicheren Transportmöglichkeiten.
Taschendiebe sprichwörtlich davonlaufen: Taschendiebe und Betrüger nutzen unsere Höflichkeit aus. Wenn uns jemand anspricht oder um Hilfe bittet, neigen wir dazu, anzuhalten oder uns umzudrehen. Vermeide es, besonders in Großstädten, stehen zu bleiben oder dich umzudrehen, wenn du nicht musst. Wenn du genau weißt, wo du hinmöchtest und wie du dorthin kommst, geh zielstrebig durch die Menschenmenge, ohne dich groß umzusehen. So machst du dich für Taschendiebe oder Betrüger weniger attraktiv.
Ersatz-ID: Wenn du einen Schweizer SBB SwissPass besitzt, bring ihn mit. Mit deinem Foto, Geburtsdatum, QR-Code und Kartennummer ähnelt er einem Ausweis extrem. Viele Orte akzeptieren ihn daher als echte ID. Du kannst ihn also als Ausweisersatz zum Feiern mitnehmen. Möglicherweise funktioniert er auch als "Garantie" bei der Miete von Rollern oder anderen Dingen.
Tourguide absagen: Wenn aufdringliche Tourguides dich belästigen, könnte folgender Trick funktionieren: "Ich habe kein Geld mehr übrig (nach diesem 'teuren' Eintritt)."
Verkäufer absagen: Wenn dir etwas aufgezwungen wird, kannst du immer sagen: "Vielleicht später" oder "Vielleicht morgen", begleitet von einem Lachen.
Verkäufer ignorieren: Um aufdringliche Straßenverkäufer zu meiden, setze deine (günstigen) Kopfhörer auf, tue so, als würdest du ein Telefongespräch führen, oder führe einfach ein lautes Selbstgespräch und laufe an ihnen vorbei.
Vertraue nie einem Verkäufer: Vor allem nicht, wenn er dir etwas "schenken" will. Nichts ist wirklich kostenlos. Wenn es nicht um Geld geht, wird möglicherweise versucht, ein Date zu erzwingen.
Trag keinen Schmuck: Verzichte auf jeglichen Schmuck, der dich zu einem potenziellen Opfer machen könnte. Günstige Ohrringe, Stoffarmbänder oder kleine Piercings sollten kein Problem darstellen. Aber Halsketten, teure Uhren, Ringe und andere auffällige Schmuckstücke ziehen die Aufmerksamkeit von Dieben auf sich.
Smartphone sicher halten: Halte dein Smartphone stets mit beiden Händen fest, besonders wenn du es benutzt, um beispielsweise auf Karten nachzuschauen. Drehe dich dazu gegen eine Wand oder in eine Nische, um Dieben keine Gelegenheit zu geben, es aus deiner Hand zu ziehen.
Verabschiede dich von Selfies: Strecke dein Smartphone nie mit einer Hand heraus, um in der Stadt oder in Menschenmengen ein Foto zu machen. Taschendiebe warten oft auf solche Momente, um dir dein Smartphone aus der Hand zu reißen. Dies ist besonders in stark befahrenen Straßen und Großstädten, wie zum Beispiel Hanoi in Vietnam, gefährlich.
Reise-Vokabular: Lerne die Zahlen von 1 bis 12 sowie die wichtigsten Wörter in den Landessprachen. Dazu gehören Begrüßungen wie Hallo und Tschüss, Höflichkeitsformeln wie Danke und Bitte, Fragen nach dem Preis (wieviel) und dem Weg (wo), sowie die Wörter für Ja und Nein. Mit diesen wenigen Wörtern kommst du bereits sehr weit und zeigst Respekt gegenüber den Einheimischen.
Tipp für männliche Soloreisende: Wenn du ohne ersichtlichen Grund angesprochen wirst, ist die Person höchstwahrscheinlich daran interessiert, dir etwas zu verkaufen. Dies gilt besonders für Lateinamerika, aber auch in anderen Regionen. Sei offen aber aber lass eine gewisse Vorsichtig walten.
Fotos von Menschen: Wenn du offensichtlich und aus nächster Nähe ein Foto von einer Person machst, insbesondere von Menschen indigener Herkunft, frage immer zuerst um Erlaubnis. Respektiere ihre Privatsphäre und ihre Würde. Zeige ihnen die Fotos und teile die Freude. Es kann vorkommen, dass sie ein Trinkgeld für das Foto erwarten, was du respektieren solltest.
Fußgänger-Taktik: Um Missverständnisse beim Kreuzen mit entgegenkommenden Fußgängern zu vermeiden, hier ein Trick: Stell dir vor, du möchtest rechts an jemandem vorbeigehen. Drehe deine linke Schulter leicht ab, während du deine linke Hand hinter den Rücken nimmst. Dadurch rückt deine rechte Schulter nach vorne. Deute dann mit deiner rechten Hand an, dass du von deiner Seite aus rechts an der Person vorbeigehen wirst. Verständlich?
Der Preis ist heiß: Bevor du ein Produkt kaufst, frage nach dem Preis, um böse Überraschungen zu vermeiden und möglicherweise noch die Möglichkeit zu haben, zu feilschen.
Guter Rat: Wenn du unsicher bist, ob dein Vorhaben sinnvoll ist, frage dich: Wenn ich meinem besten Freund oder meiner besten Freundin von meinem Vorhaben erzählen würde, wie wäre seine oder ihre Reaktion? Würde er oder sie mich ermuntern oder davon abraten?
Nicht mehr aktuelle Angaben: Informationen über Preise, Abfahrtszeiten und Verbindungen in Reiseblogs sind in den meisten Fällen veraltet. Erkundige dich vor Ort über aktuelle Busverbindungen oder Abfahrtszeiten. Die Preise werden oft zwischen 5 und 30 % teurer sein als im Blog angegeben, je nachdem, wie alt der Blogbeitrag ist.
Höfliche Absage: Wenn du von einem höflichen Straßenverkäufer nichts kaufen möchtest, sage lieber "danke" anstatt "nein". Ein kleiner, aber höflicher Unterschied.
Reinigt eure Smartphone-Linse: Bevor du ein Foto mit dem Smartphone macht, reinige kurz die Linse mit einem T-Shirt oder einem anderen weichen, sauberen Material.
Restaurant: Leg das Smartphone nicht auf den Tisch, wenn du in einem Restaurant bist.
Testament: Es mag pessimistisch klingen, aber es ist ratsam, vor deiner Abreise ein Testament zu verfassen. Hoffentlich endet deine Reise nicht tragisch, aber es ist besser, für den Fall der Fälle vorgesorgt zu haben. Ein Testament kann schwierige Entscheidungen für deine Hinterbliebenen abnehmen und deinen letzten Willen festhalten.
Touristen erkennt man an der Kleidung: Um weniger aus der Menschenmasse herauszustechen, kleidet euch mehr wie die Einheimischen. In vielen Städten sind lange Hosen oft Standard, besonders wenn ihr ausgeht oder etwas trinken geht.